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Feuerwehr spürt hohe Wohnungspreise

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Von: Claudia Isabel Rittel

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Ein Blick ins alte Feuerwehrhaus auf dem Heilsberg.
Ein Blick ins alte Feuerwehrhaus auf dem Heilsberg. © Andreas Arnold

Die Bad Vilbeler Feuerwehrleute sind überrascht über den Vorschlag der Stadt, das alte Feuerwehrhaus zu verkaufen. Sie hatten gehofft, in dem Gebäude Wohnungen für Mitglieder einzurichten. Laut Stadtrat Minkel (CDU) gibt es Kaufinteressenten für das Gebäude.

Die Nachricht über die Auftragsvergabe für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses haben überwiegend zu positiven Reaktionen geführt. Er sei „froh, dass es endlich losgeht“, sagte Ortsvorsteher Christian Kühl (SPD) gestern. Auch Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll und der Heilsberger Wehrführer Thomas Farr zeigten sich erleichtert. Beide äußerten, dass ein guter Kompromiss mit der Stadt gefunden worden sei.

Dass Ersatz für das große Tanklöschfahrzeug ein paar Jahre geschoben werde, sei kein gravierender Einschnitt, so Farr. Wegen der beengten Verhältnisse derzeit sei ohnehin noch nicht der notwendige Platz dafür vorhanden.

Gestern hatte die Stadt auch mitgeteilt, dass der Auftrag für den Bau entgegen der vorgesehenen knapp zwei Millionen Euro fast 2,8 Millionen Euro kosten würde. Wie Stadtrat Klaus Minkel (CDU) nun auf Nachfrage sagte, ist der Auftrag an die Firma Fechtelkord und Eggersmann vergeben worden, die für den Bau mit 2 755 000 Euro kalkuliert. Beginnen soll der Bau in etwa zwei Monaten. Derzeit würden detaillierte Ausführungspläne erstellt.

Überrascht allerdings sei er darüber gewesen, dass die Stadt einen Verkauf des alten Feuerwehrhauses erwäge, sagte Farr auf Nachfrage. Bisher habe die Feuerwehr gehofft, in dem Gebäude Wohnungen für Mitglieder einrichten zu können. Wohnraum zu schaffen, sei dringend nötig, um junge ausgebildete Feuerwehrleute am Ort zu halten.

Ausgebildete Feuerwehrleute ziehen weg

Denn mehrfach sei es in den vergangenen Jahren schon vorgekommen, dass junge Feuerwehrleute wegen hoher Wohnungspreise vom Heilsberg weggezogen seien, so Farr. Vier bis sechs Wohnungen seien in dem alten Feuerwehrhaus unterzubringen, so Farr. „Es reicht nicht, Standort und Technik zu haben, wir brauchen auch die Leute“, sagt Farr.

Derzeit hat die Heilsberger Feuerwehr 31 Mitglieder, 27 davon sind ausgebildetet Feuerwehrleute. Um angemessen auf einen kritischen Wohnungsbrand reagieren zu können, seien 22 Personen nötig. Da die Stadt in der Verpflichtung sei, den Brandschutz sicherzustellen, müsse sie sich darüber Gedanken machen, so Farr.

Laut Stadtrat Klaus Minkel (CDU) gibt es Interessenten, die das Gebäude kaufen wollen. Es gehört zwar der Stadt. Sie kann es aber nicht ohne Weiteres veräußern, weil das Grundstück ihr nicht gehört, sondern nur im Erbbaurecht überlassen worden ist. Der entsprechende Vertrag laufe noch rund 50 Jahre, so Minkel. Einen Preis gebe es noch nicht. Dafür solle ein Gutachten erstellt werden.

Eigentümer ist laut Minkel das gemeinnützige Siedlungswerk in Frankfurt (GSW). Mitarbeiter des GSW konnten gestern weder das Eigentum an dem Grundstück noch Pläne zum Verkauf bestätigen. Geschäftsführer Armin Niedenthal war nicht zu erreichen. Wenn es zum Verkauf komme, könnten im dann alten Feuerwehrhaus keine Wohnung für Wehrleute entstehen, sagt Minkel. In dem Fall werde sich die Stadt Gedanken über alternativen Wohnraum für Feuerwehrleute machen, so Minkel.

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