Rosbach

Streit über Gewerbegebiet

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Die belgische VGP-Unternehmensgruppe plant einen 34 Hektar großen Gewerbepark. Auch in Friedrichsdorf ist man darüber gar nicht glücklich.

Die belgische Unternehmensgruppe VGP will in Rosbach (Wetteraukreis) einen großen Gewerbepark in unmittelbarer Nachbarschaft zum Friedrichsdorfer Stadtteil Burgholzhausen bauen. Dafür soll das unweit der Autobahn 5 gelegene Gewerbegebiet „Dickmühle“ erweitert werden. Seit Bürgermeister Thomas Alber (parteilos) die Pläne Anfang Mai in zwei Ausschüssen des Stadtparlaments vorgestellt hat, gibt es jedoch starken Widerstand.

CDU, FDP und Grüne lehnen eine Erweiterung um rund 25 Hektar ab. Im benachbarten Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) hat die Kolition von Freien Wählern (FW), Grünen und SPD einen offenen Brief an Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne) geschrieben, um gegen das Vorhaben zu protestieren. Sie kritisieren, durch die Bebauung würde ein Grünzug verlorengehen, der als Naherholungsgebiet diene und landwirtschaftlich genutzt werde. Außerdem stelle der Grünzug eine „überörtlich wichtige Frischluftschneise unter anderem für Burgholzhausen, Rodheim und Petterweil“ dar. Auch Friedrichsdorfs Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) lehnt einen Gewerbepark in dieser Größe ab.

Bislang sahen die Pläne der an der Brüsseler und Prager Börse notierten VGP-Gruppe vor, auf einer Fläche von insgesamt 34 Hektar in Rosbach-Rodheim vier Hallen zu errichten, die größte mit einer Mietfläche von 63 000 Quadratmetern. Es solle einen „Mix aus Logistik, Montage und Produktion“ geben, sagt Rathauschef Alber. Nördlich des geplanten Gebietes sitzen das Unternehmen Borla, ein Hersteller von hitzebeständigen Gläsern und Haushaltswaren, sowie die Heidelberger Beton.

Der Investor VGP kalkuliert für den künftigen Gewerbepark mit 550 bis 850 Mitarbeitern – vor allem mit niedrigen und mittleren Löhnen. In den vergangenen Jahren hatte die VGP bereits Gewerbeparks in Ginsheim-Gustavburg und Rodgau gebaut. In Deutschland ist sie seit 2013 über ihr Tochterunternehmen VGB Industriebau mit Sitz in Düsseldorf tätig.

Damit sich die Pläne der Belgier verwirklichen ließen, müsste der Regionale Flächennutzungsplan geändert werden. Denn der erlaubt nur eine Vergrößerung um sieben Hektar. Die Rosbacher Stadtverordneten müssten diese Änderung beantragen, was sie am 27. Juni tun sollten. Doch nach der Kritik an den Plänen und einem Treffen Albers mit führenden Vertretern der Rosbacher Parteien am Montagabend wird der Termin erst einmal verschoben. Zunächst werde man nur über die erlaubte Erweiterung um sieben Hektar abstimmen. Alber spricht von einem „Grundkonsens“.

Ob eine Fläche darüber hinaus gewünscht ist, sollen in den nächsten Monaten Bürger, Vertreter von Parteien, Vereinen und anderen Organisationen in Workshops diskutieren. Alber selbst will sich weiterhin für die 34 Hektar einsetzen.

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