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Auf einer Anhöhe nahe des Neckars will die Stadt Bad Vilbel gemeinsam mit Viernheim fünf neue Windräder bauen.

Bad Vilbel

Neues Windprojekt nimmt Hürde

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Bad Vilbel und Viernheim wollen gemeinsam 25 Millionen Euro in fünf Windräder investieren. Eine erste Hürde hat dieses Projekt nun genommen.

Mit der Firma Windpark Greiner Eck GmbH wollen die Städte Bad Vilbel und Viernheim fünf Windräder im Landkreis Bergstraße bauen. Investiert werden sollen laut Stadtrat Klaus Minkel (CDU) insgesamt 25 Millionen Euro.

Die fünf Windräder sollen einen jährlichen Ertrag von 35 Millionen Kilowattstunden bringen. „Damit könnten sie rechnerisch ein Drittel des Bedarfs der Stadt Bad Vilbel decken“, wirbt Minkel für. Das sei „keine Kleinigkeit“. Bis zum Bau sei es aber „noch ein dornenvoller Weg.“

Eine erste Hürde hat dieses Projekt nun genommen, und zwar mit den Stimmen von SPD und Grünen in der Regionalversammlung Südhessen. Die hatte im Dezember darüber zu entscheiden, ob für das Projekt eine Abweichung vom Regionalen Flächennutzungsplan 2010 zugelassen werden soll. Notwendig war die Diskussion, weil die Fläche in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) liegt.

Die CDU argumentierte in der Sitzung der Regionalversammlung am 11. Dezember, dass es sich dabei um eine „hochsensible“ Fläche handele und es sehr ungewöhnlich sei, eine solche für Industrieanlagen – gemeint sind die Windräder – zu opfern. Zudem habe die UNESCO erst kürzlich den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald in ein neues Programm aufgenommen.

Mit Naturschutz vereinbar

Die fünf Windkraftanlagen stellten zweifelsohne einen sichtbaren Eingriff dar, wendete der Darmstädter Klaus Dapp von den Grünen ein. Allerdings seien die Grünen dennoch der Auffassung, dass dieser für Mensch und Umwelt akzeptabel sei. Auch sei das Vorhaben mit den vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald veröffentlichten Zielen und Zwecken eines Geo- und Naturparks“ vereinbar.

Angelika Buschkühl-Lindermann vom Regierungspräsidium hatte im Planungs- und Bauausschuss der Regionalversammlung Anfang Dezember darauf hingewiesen, dass die Obere Naturschutzbehörde keine erheblichen Beeinträchtigungen des FFH-Gebietes erwarte. Im regionalen Biotopverbund gebe es durch die fünf Windkraftanlagen keine zerschneidende Wirkung, heißt es dazu im Protokoll der Sitzung.

SPD und Grüne stimmten für die Abweichung vom Flächennutzungsplan und gaben damit grünes Licht für das Projekt. CDU und FDP stimmten dagegen.

Landrat Joachim Arnold (SPD), der auch Mitglied in der Regionalversammlung ist, rühmte sich und die SPD kürzlich in einer Mitteilung damit, dass die SPD durch ihr Abstimmungsverhalten einen wirtschaftlichen Schaden von der Stadt Bad Vilbel abgewendet habe.

Dass nun gerade die Parteien dagegen gestimmt haben, die in Bad Vilbel die regierende Koalition tragen, lässt Minkel kalt. Hauptsache die Mehrheit hat dafür gestimmt. Hätte eine Niederlage bei der Abstimmung gedroht, „dann hätten wir versucht die Wetterauer da rauszubrechen“, sagte Minkel der FR. Doch den Ärger habe man ihnen erspart.

Als nächstes stehe nun die Baugenehmigung an. Einen Zeitplan bis zur Fertigstellung nannte Minkel nicht. Noch gebe es zu viele Unwägbarkeiten. Wie dieses gebe es noch „diverse Projekte in der Pipeline“. Wie viele es sind und wo die Windräder gebaut werden sollen, sagte er jedoch nicht.

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