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Fachkräfte am Ort halten

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Wetterau Neue Allianz will Betrieben helfen

Von Bruno Rieb

Es mangelt bereits an Pflegekräften, Erzieherinnen, Ingenieuren, Bäckerei- oder Fleischerfachverkäuferinnen und Schornsteinfegern. In den kommenden Jahren wird es auch in anderen Sparten eng, sagen die Prognosen. Die Wetterau ist besonders betroffen, weil Facharbeiter nach Frankfurt abwandern, da sie dort besser bezahlt werden. Um den Betrieben im Kreis qualifiziertes Personal zu sichern, haben sich die Agentur für Arbeit, das Jobcenter Wetterau, die Kreishandwerkerschaft, der Wetteraukreis, die Wirtschaftsförderung und die Trifolium Beratungsgesellschaft zur „Allianz Fachkräftesicherung Wetterau“ zusammengeschlossen. Die neue Allianz präsentiert sich am 8. November in einer Auftaktveranstaltung.

Arbeitsmarkt leergefegt

Wenn die Unternehmen nichts tun, werde es ein böses Erwachen geben, sagt Landrat Joachim Arnold (SPD) voraus. Der Arbeitsmarkt sei schon jetzt „leergefegt“. In Hessen werden in den nächsten Jahren 300000 bis 400000 Menschen weniger im Erwerbslebens stehen, sagt Eckart Schäfer, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Gießen, die auch für den Wetteraukreis zuständig ist. Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen wird sich bis zum Jahr 2030 von heute 60,4 Prozent auf 54,1 Prozent verringern, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises.

Die Allianz will vor allem kleinen und mittelständischen Firmen dabei helfen, ihr Personal zu sichern, sagt Schäfer. 3860 Handwerksbetriebe gibt es im Wetteraukreis laut Johannes Laspe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Die meisten Betriebe seien der Meinung, dass sie in drei Jahren noch genügend Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt finden würden, beklagt er. Viele Betriebe verstärkten bereits ihre Ausbildung. Es mangele allerdings an geeigneten Jugendlichen, stellt Arbeitsvermittler Schäfer fest. Viele verließen die Schule ohne Abschluss und von den Jugendlichen mit Abschluss zögen viele ein Studium der Ausbildung vor.

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels sieht Bernhard Wiedemann, Geschäftsführer des Jobcenters Wetterau, bessere Chancen für Langzeitarbeitslose, wieder einen Job zu bekommen, vor allem für qualifizierte, alleinerziehende Mütter. Für diese müsse allerdings das Kinder-Betreuungsangebot noch verbessert werden. Aber auch gut qualifizierte Arbeitslose über 50 Jahren hätten wieder bessere Chancen, sagt der Experte von der Arbeitsagentur.

Es komme für die Wetterauer Betriebe zunächst darauf an, ihr Fachpersonal an sich zu binden, sagt Christian Agne, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau. Der zweite Schritt sei, das Personal zu qualifizieren. Dabei will die Qualifizierungsoffensive Wetterau den Firmen helfen, sagt Johannes Fertig, Leiter des Fachdienstes Kreis- und Regionalentwicklung des Kreises. Als dritten Schritt müssen sich die Unternehmen laut Landrat Arnold attraktiv für neues Personal machen.

Die Auftaktveranstaltung „Fachkräftesicherung in der Wetterau“ ist am Donnerstag, 8. November, um 16 Uhr in der Trinkkuranlage in der Kurstraße in Bad Nauheim. Den Hauptvortrag hält Frank Martin, Geschäftsführer der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Hessen. Anmeldung unter info@allianz-fachkraeftesicherung.de. Weitere Infos: www.allianz-fachkraeftesicherung.de

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