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Der Gewählte freut sich.
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Der Gewählte freut sich.

Bad Vilbel

Erster Behindertenbeauftragter

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Erstmals in der Stadtgeschichte hat Bad Vilbel einen Behindertenbeauftragten. Die Stadtverordneten wählen Hans-Joachim Prassel einstimmig. Er wird die städtischen Gremien beraten und will für die Bürger ein Ansprechpartner sein. Für sie richtet er eine Bürgersprechstunde ein.

Am vergangenen Dienstag ist wahr geworden, was sich im Februar schon angekündigt hat: Hans-Joachim Prassel ist der erste Behindertenbeauftragte der Quellenstadt. Die Stadtverordneten stimmten geschlossen für den 59-Jährigen, der selbst Rollstuhlfahrer ist. Er war 31 Jahre lang Disability Manager beim Hessischen Rundfunk und vor 14 Jahren Mitbegründer der AG Barrierefreiheit in Bad Vilbel. Noch heute ist Prassel einer ihrer beiden Sprecher.

Die Stadtverordneten hatten im Februar bereits die Satzung für die Ernennung und die Aufgaben eines Behindertenbeauftragten beschlossen. Zur Wahl Prassels kam es jedoch noch nicht, weil zuerst die Satzung veröffentlicht werden sollte.

Sprechstunden ab Ende Mai

Drei Aspekte habe seine künftige Arbeit, sagte Prassel gestern der FR. Der erste seien die Bauprojekte in der Stadt, der zweite, den „Inklusionsgedanken für alle“ zu verbreiten und zum Dritten wolle er Ansprechpartner für alle Bürger sein. Als solcher wird es eine regelmäßige Sprechstunde im Rathaus in Dortelweil geben. Die erste Sprechstunde ist am Dienstag, 31. Mai, die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben. Dann wird er sich ein Büro mit der Frauenbeauftragten und dem Schiedsgericht teilen.

In den kommenden Wochen wird Prassel mit den städtischen Gremien sprechen, zum Beispiel dem Bauamt. „Mein Vorteil ist, dass ich alle kenne. Trotzdem ist es eine neue Rolle, sie muss sich erst einmal etablieren.“

Denn er ist nicht nur Sprecher der AG, sondern auch Kommunalpolitiker. Für die SPD sitzt er seit der Kommunalwahl am 6. März im neuen Ortsbeirat Kernstadt, zuvor war er von 2001 bis 2006 Stadtverordneter und anschließend bis 2011 im Magistrat. Die AG Barrierefreiheit bleibt Prassel zufolge bestehen. Ihre Mitglieder setzen sich aus allen Fraktionen zusammen, insofern ist die Gruppe der direkte Draht zur Politik. „Den wollen wir uns erhalten.“

Schon als deren Sprecher habe er in den vergangenen Jahren Stellungnahmen zu Bauprojekten abgegeben, so Prassel. So sei er beim Bau des Parkplatzes am Kurhaus von Anfang an dabei gewesen. Und was den Bahnhofsvorplatz betrifft, der derzeit umgebaut wird, so habe er bereits im vergangenen Jahr seine Stellungnahme abgegeben und werde diese in der kommenden Woche aktualisieren. Als weitere große Projekte, bei denen er beratend mitarbeitet, nannte Prassel die Sanierung des Kurhauses – hier soll wie berichtet ein Außenlift eingebaut werden – sowie der Bau des Kombibades.

„Die Stadt schreibt doppelt Geschichte“

Anlässlich der Wahl Prassels sagte Sascha Nuhn von den Grünen: „Die Stadt Bad Vilbel schreibt aktuell doppelt Geschichte.“ Zum einen mit der Wahl des ersten Behindertenbeauftragten. „Außerdem sitzt in Hessen zum ersten Mal ein Mensch mit Hörbehinderung, der für seine Kommunikation die Gebärdensprache benötigt, in einer Stadtverordnetenversammlung.“

Damit sprach Nuhn von sich selbst. Der Immobilienmanager beim hessischen Landesverband der Gehörlosen ist seit seiner Geburt taub und tritt in der Öffentlichkeit mit einem Gebärdensprachendolmetscher auf. Auch seine erste Rede im Stadtparlament am Dienstagabend übersetzte ein Dolmetscher für die Anwesenden.

Nuhn zitierte Richard von Weizsäcker mit den Worten: „Es ist normal, verschieden zu sein.“ Für ihn bedeute das, dass jeder mit seinen individuellen Fähigkeiten wertgeschätzt werden solle und das gesellschaftliche Leben mitgestalten könne.

Mit dem Behindertenbeauftragten bekämen die Menschen mit Behinderung in Bad Vilbel einen Ansprechpartner für ihre Belange. Nun komme es darauf an, dass alle politischen Gremien in der Stadt „an einem Strang ziehen, um eine lebenswerte, barrierefreie Stadt“ zu entwickeln. So könne Bad Vilbel überregional eine Führungsrolle einnehmen.

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