1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wetterau

Erste Senioren ziehen ein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Claudia Isabel Rittel

Kommentare

Die ersten Bewohner wurden gestern offiziell begrüßt.
Die ersten Bewohner wurden gestern offiziell begrüßt. © Rolf Oeser

In Dortelweil sind die ersten Senioren in die neue Anlage an der Friedberger Straße eingezogen. Ein Großteil der Service-Wohnungen sind schon vermietet, im Pflegeheim läuft die Belegung an. Geschäftsführer Mathias Neumayer sieht seine Bedarfsprognosen bestätigt.

Die 86-jährige Hannelore Haas strahlt, wenn man sie auf ihren Umzug ins neue Seniorenpflegeheim der AGO in Bad Vilbel Dortelweil anspricht. Seit gestern wohnt sie dort und damit ganz in der Nähe ihres Sohnes und ist damit eine der allerersten. Denn zum 1. September hat das Haus seine Türen offiziell geöffnet. „Wir wohnen quasi gegenüber“, sagt Rainer Haas. Der Frankfurter und seine Frau haben vor einigen Jahren dort gebaut. Jetzt zieht auch die Mutter in die Nähe. „Ein Katzensprung“ sei das jetzt, sagt die Seniorin. Bisher hat sie im Johanniterstift in Karben gewohnt. Ähnlich wie Haas geht es auch Jutta Bublies. Die 82-Jährige hat bisher im eigenen Haus in Alt-Dortelweil gewohnt. „Aber das ging nicht mehr“, sagt ihre Schwester Edelgard Friedrich.

Gestern der erste Arbeitstag

Deshalb ist Bublies gestern ins betreute Wohnen der AGO umgezogen. „Hier ist es schon schöner“, sagt Bublies. „Hier wird geputzt.“ Zu Hause, berichtet sie, habe sie sogar noch einen großen Garten gehabt. Sehr froh ist sie, dass sie in Dortelweil bleiben könne, wo auch ihre Schwester lebt. Unter einem Dach bietet das neue Seniorenheim der AGO 120 Plätze im Pflegeheim und 44 so genannte Service-Wohnungen an, in denen die Bewohner bei Bedarf betreut werden.

Von den Zweizimmerwohnungen sind laut Heimleiterin Monika Bienecker bereits 34 vermietet. Eine Besonderheit sei das, sagte der Geschäftsführer der AGO-Unternehmensgruppe, Mathias Neumayer, gestern bei der offiziellen Eröffnung. In der Regel sei es eher so, dass die Senioren abwarteten und sich anschauten, wie ein fertiges Haus aussehe, bevor sie Mietverträge unterschrieben.

Doch schon gestern standen die ersten Umzugswagen vor den Service-Appartements, manche künftigen Mieter hätten sogar schon vorab ihre Möbel gebracht, berichtet Bienecker. Auch im Pflegeheim geht es nun los mit der Belegung. „Seit zwei Wochen hat die Nachfrage enorm eingesetzt“, sagte Neumayer. Schon in der ersten Betriebswoche rechnet die AGO mit mindestens zehn Personen, die in das Pflegeheim einziehen werden. Der Bedarf sei absolut da, sagt Neumayer. Intensive Studien, die im Vorfeld gemacht worden seien, bestätigten sich jetzt schon durch die ersten Erfahrungen. Anders als beim betreuten Wohnen würden in Pflegeheimen Verträge in der Regel kurzfristig geschlossen. Neumayer ist aber überzeugt: „Das Haus wird sich mit und mit füllen.“

In den vergangenen vier Wochen sei das Haus mit einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern „klargemacht“ worden, berichtet Bienecker. Für viele in der Belegschaft war gestern der erste Arbeitstag.

Einrichtung ergänze die Infrastruktur

Laut Bienecker haben zunächst 18 Mitarbeiter in der Pflege angefangen, hinzu kommen zehn in Verwaltung, Gastronomie und Reinigung, die teils Vollzeit, teils Teilzeit arbeiteten. Drei von ihnen haben Minijobs. Nach außen vergeben seien aber keine Dienstleistungen, betont Bienecker.

„Sie haben eine tolle Nachbarschaft“, sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) gestern, und verwies auf den Nahverkehr, das Kultur- und Sportforum und die Entwicklung des Stadtteils in den vergangenen Jahren. Zur guten Infrastruktur am Ort zähle von nun an aber auch das Seniorenzentrum selbst.

Ortsvorsteher Herbert Anders (CDU) zitiert eine Umfrage der Dortelweiler CDU, bei der die Befragten eine Lücke in der Seniorenbetreuung ausgemacht haben. „Ich denke, mit Ihrem Angebot wird diese Lücke gefüllt“. Besonders positiv sei, dass die AGO am Ort auch Plätze für die Kurzzeitpflege anbiete. „Damit besteht die Möglichkeit, dass Menschen, die ihre Angehörigen selber pflegen, mal eine Auszeit nehmen oder in Urlaub fahren können“, so Anders.

Auch interessant

Kommentare