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Bad Vilbel

Eisbahn endet mit Rekord

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
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Zum ersten Mal stand die Eisbahn vor dem Kurhaus und lockte viele Gäste an. Eine weitere Vergrößerung ist für die nächste Saison angedacht.

Nach dem Eisspaß ist vor dem Eisspaß. Und so denkt Mike Roie, der Mieter der Bad Vilbeler Eisbahn, schon jetzt darüber nach, wie er den Run auf die glatten Flächen der vergangenen Saison gewinnbringend in der kommenden Laufzeit umsetzen kann. Am Sonntag war der letzte Tag der Saison, und er endete mit einem Besucherrekord. Waren seit dem ersten Aufbau der Eisbahn im Jahr 2013 stets um die 10 000 Menschen gekommen, verleitete es seit dem 19. November 2016 etwa 15 000 Schlittschuhläufer zum mehr oder weniger professionellen Dahingleiten.

Zum ersten Mal stand die Eisbahn vor dem Kurhaus. In den drei Jahren zuvor war ihr Platz ein paar Meter weiter im denkmalgeschützten Kurpark, mitten auf der Wiese. Genau das hatte wiederholt zu Kritik geführt, weil Schäden am Rasen die Folge waren. Die Vorstöße der Grünen, die Bahn zu verlegen, scheiterten noch im Februar 2016 in der Stadtverordnetenversammlung am Widerstand aller anderen Fraktionen.

Eine Gruppe von Parkschützern hatte ebenfalls mobil gemacht und sich an die Denkmalbehörden gewandt, ein Parkpflegewerk für den Kurpark wurde erstellt. Im April vergangenen Jahres verkündeten Günter Hinkel, Seniorchef des Bad Vilbeler Getränkeunternehmens und Hauptsponsors Hassia, Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) und Stadtmarketing-Chef Kurt Liebermeister den Standortwechsel. Zu hoch wären die Auflagen bei einem weiteren Betrieb im Kurpark gewesen, hieß es. Zu dem Kurswechsel beigetragen hatte auch, dass man eine andere Zufahrt zum Kurhausvorplatz für die Feuerwehr gefunden hatte.

„Den Standort gewechselt zu haben, ist ein absoluter Erfolg“, so Liebermeister gestern zur FR. Vor dem Kurhaus sei die Lage zentraler, was mit zu den Besucherströmen beigetragen habe. Weil es so gut lief, denke man darüber nach, die Bahn für das Eisstockschießen um eine vierte Bahn zu verbreitern. Erstmals war die Eisstockbahn getrennt von der Schlittschuhbahn aufgestellt, dazwischen gab es mehr Platz für ein kleines Hüttendorf als im Kurpark. Beschwerden wegen Lärm habe es auch keine mehr gegeben, weil die Eismaschinen leiser waren und zusätzlich eingehaust wurden.

„Der Erfolg schlechthin ist die Almhütte“, schwärmt Liebermeister. Fast täglich sei sie ausgebucht gewesen. Doch was der einen Freud, ist der anderen Leid, und so sind für die kommende Saison auch freie verfügbare Plätze für Spontanbesucher im Gespräch.

Zwischen 100 000 und 120 000 Euro kostete die abgelaufene Eislauf-Saison laut Liebermeister. Hassia übernimmt 25 Prozent davon, weitere 40 Sponsoren den Rest. Es waren auch schon mal 140 000 Euro, aber je kälter es ist, desto weniger Strom verbrauchen die Eismaschinen.

Die Freude über den neuen Standort ist nicht nur auf Seiten der Organisatoren. Auch die Schlittschuhläufer stimmen ein. „Es ist viel schöner, weil es an die Innenstadt angebunden ist“, sagt am Sonntag eine Frau aus Bad Vilbel, die ihren Namen nicht nennen möchte. Es sei im Kurpark eher ein „Matschloch“gewesen. Auch Ralf Mocke aus Bad Vilbel, der bisher jedes Jahr auf die Eisbahn kam, betont: „Es ist schöner und größer als vorher.“

Das freut Eisbahn-Mieter Roie, der betont, dass es zwar Schäden gegeben habe im Kurpark, dass man aber doch das Positive sehen solle. „Die Leute hatten Spaß“, der Kurpark sei wieder instand gesetzt.

Peter Paul, der Vilbeler BUND-Vorsitzende und Grünen-Stadtverordnete, zeigt sich am Sonntag vor dem Kurhaus versöhnlich. „Das ist ein idealer Platz hier.“ Der Eisbahnbetrieb habe eine Belebung des gesamten Innenstadt-Einzelhandels zur Folge. „Ich finde es schön, dass dieses Thema so befriedet wurde.“

Fünf Tage wird der Abbau dauern. Im Frühjahr setzt sich Roie mit Hassia und der Wiesbadener Agentur Helmiss Events zusammen, die das Marketing für ihn macht. Gemeinsam beraten sie, ob es ab kommenden November einer vierte Eisstockbahn geben wird. Alles kommt darauf an, „ob das Budget ausreicht“, so Roie.

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