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Eine Burg für den See

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Modell einer mittelalterlicher "Turmhügelburg"
Modell einer mittelalterlicher "Turmhügelburg" © wegst

Der Verein Freie Ritterschaft Friedberg plant ein mittelalterliches Freilichtmuseum. Ein Modell davon gibt es schon.

Von Bruno Rieb

Eine Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert will die Freie Ritterschaft Friedberg auf einem gut zwei Hektar großen Gelände am Wölfersheimer See als Freilichtmuseum errichten. Ein „attraktives und einzigartiges Highlight“ könnte die Burg für das Naherholungsgebiet werden, meint Wölfersheims Bürgermeister Rouven Kötter (SPD).

Burgen dieses Typs zeichnen sich durch einen künstlich aufgeschütteten Erdhügel aus, auf dem ein Turm, meist ein Wohnturm, thront. Die Freie Ritterschaft Friedberg will die Burg mitsamt Wirtschaftsgebäuden und einem kleinen Dorf in Eigenarbeit in historischer Bauweise errichten. Dabei will sie sich an Befunden der archäologischen Grabungen am Schloss Romrod orientieren.

In Romrod stand seit dem 12.?Jahrhundert eine Burg, die vielfach umgebaut wurde. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts erhob sich hinter einem Wassergraben eine kreisrunde Mauer mit einem Durchmesser von 44 Metern, die einen runden Turm umschloss.

Fachgerechte Rekonstruktion

Ein wissenschaftlicher Beirat soll dafür sorgen, dass die Turmhügelburg am Wölfersheimer See historisch fachgerecht rekonstruiert wird. Die „epochale Lücke zwischen der Saalburg und dem Hessenpark“ solle damit geschlossen werden, erläutert Kötter. Es solle „kein Abenteuerspielplatz für Männer und Frauen, die sich gerne mittelalterlich kleiden“ werden, betont der Bürgermeister. Kulturelle, archäologische und pädagogische Zwecke ständen im Vordergrund. Kötter spricht von einem „absoluten Aushängeschild für unsere Gemeinde“. Bereits die Bauarbeiten sollen zum Erlebnis für die Besucher des Freilichtmuseums werden.

Bereits im Frühjahr kommenden Jahres will die rund 100 Mitglieder zählende Freie Ritterschaft mit dem Bau beginnen – wenn die Gemeinde ihr das Areal verpachtet. Kötter ist dafür – unter der Bedingung, dass die Gemeinde bei Planung und Umsetzung ein Mitspracherecht erhält. Wie viel das Freilichtmuseum kosten wird, kann Mark Marthen, Vorsitzender der Ritterschaft, noch nicht sagen. Er rechnet mit Zuschüssen, auch der Europäischen Union, mit Sponsorengeldern und setzt auf Eigenarbeit.

Ein ähnliches Freilichtmuseum floriert bereits in Lütgenburg in Schleswig-Holstein. In Herne war eine Turmhügelburg anlässlich der Kulturhauptstadtschau „Auf Ruhr 1225“ aufgebaut und von 120000 Menschen besucht worden. Sie muss allerdings wieder abgerissen werden.

Die Freie Ritterschaft wollte ihre Burg ursprünglich beim Friedberger Stadtteil Ossenheim errichten. Der Stadt sei es jedoch nicht gelungen, seinem Verein das Grundstück bereitzustellen, sagt Marthen. Die Gemeinde Wölfersheim bemüht sich, ihren See als Naherholungsgebiet aufzuwerten. Ein Rundweg wurde angelegt und ein Kletterpark. Auf dem Grundstück neben dem Kletterpark soll die Burg entstehen.

Ein Bürgerforum der SPD befasst sich am Samstag, 6. November, mit dem Wölfersheimer See. Dort stellt die Freie Ritterschaft ihr Projekt vor. Das Forum ist von 9 bis 12 Uhr in der Wetterauhalle.

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