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Ein leuchtend gelber Vilbus in der Innenstadt.
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Ein leuchtend gelber Vilbus in der Innenstadt.

Bad Vilbel

Ein-Euro-Ticket ist zu teuer

Die Schwarz-gelbe Koalition lehnt einen Einheitstarif für das Stadtgebiet Bad Vilbels ab. Der Grund: zu hohe Kosten.

Was in Karben geht, muss noch lange nicht in Bad Vilbel möglich sein. Im Gegensatz zu den Kärber Genossen ist die SPD-Fraktion in der Quellenstadt mit dem Vorschlag gescheitert, einen Ein-Euro-Fahrschein für Bus- und Bahnfahrten innerhalb Bad Vilbels anzubieten. Am Dienstagabend lehnte das Stadtparlament mit den Stimmen der Koalition von CDU und FDP einen entsprechenden Antrag ab. SPD, Grüne und die Freien Wähler stimmten für den Antrag, wonach der Magistrat mit der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Einführung des Einheitstickets erörtern solle.

Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) hatte schon im Haupt- und Finanzausschuss dargelegt, dass auf Bad Vilbel ungleich höhere Kosten zukämen als auf Karben. Die Stadtwerke würden allein die städtischen Vilbus-Linien mit zusätzlichen rund 66 000 Euro im Jahr subventionieren müssen. Dabei betrage das jährliche Vilbus-Defizit jetzt schon etwa 600 000 Euro. Zudem müsste die Stadt laut Stöhr für alle überörtlichen Busse und Bahnen die Differenz zwischen einem Euro und den nach RMV-Tarif vorgeschriebenen Preisen an den Verkehrsverbund abführen. Vilbus und überörtliche Linien zusammengenommen, lägen die Einbußen so schnell im sechsstelligen Bereich, meint der Rathauschef. Kaum abzuschätzen seien überdies die Folgen, die das Ein-Euro-Ticket auf die Zahl der verkauften Wochen- und Monatskarten haben würde.

Die SPD begründete ihren Antrag damit, dass der Verkehr in Bad Vilbel „dringend auf möglichst viele Fortbewegungsarten verteilt werden“ müsse, um den Autoverkehr zu reduzieren. Die von der SPD vorgeschlagene Begrenzung des preisgünstigen Fahrscheins auf die Vilbusse, um die Kosten zu begrenzen, ist laut RMV-Sprecher Sven Hirschler zurzeit nicht zulässig. „Tatsächlich ist es nur möglich, den Tarif innerhalb des gesamten Stadtgebietes zu subventionieren. Dies umfasst dann natürlich auch die S-Bahn, die Wetterauer und die Frankfurter Busse“, teilt der Sprecher mit. Habe eine Stadt den Wunsch, einen Sonderweg zu gehen, müsse sie das in den entsprechenden Gremien des RMV beantragen.

Stöhr und sein Stellvertreter, Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU), wiesen darauf hin, dass sich Bad Vilbel den ÖPNV bereits einiges kosten lasse. So subventionierten die Stadtwerke die Vilbus-Fahrten zwischen der Innenstadt und Dortelweil sowie Gronau, weil diese in einer anderen Tarifzone seien als der Rest der Stadt. 50 Cent steuerten die Stadtwerke für jede im Vilbus gelöste Fahrkarte bei und ermöglichten so auch Fahrten in die beiden Stadtteile für zwei Euro. Auf 17 000 Euro beläuft sich laut Stöhr diese Subvention der Stadt im Jahr.

CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter äußerte im Parlament, dass sie dem SPD-Antrag nicht zustimmen könne, weil die Stadt ihren Haushalt konsolidiere und die Sozialdemokraten keinen Vorschlag zur Gegenfinanzierung machten. Den unterbreitete die SPD auch nicht. Vielmehr vertrat die Fraktion die Auffassung, die Stadt solle zunächst mit dem RMV und der VGO sprechen. „Erst vernünftig prüfen, dann reden wir weiter“, forderte SPD-Stadtverordneter Klaus Arabin. Doch die Koalition ließ schon am Dienstag nicht mehr mit sich reden. (agr)

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