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Bad Nauheim

Es droht eine Haftstrafe

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Das Landgericht Gießen macht dem früheren Geschäftsführer der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft den Prozess. Mit ihm müssen sich seine Lebensgefährtin und ein Makler verantworten. Wann der erste Verhandlungstag sein wird, steht noch nicht fest.

Der frühere Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Bad Nauheim (Wobau), Hans-Peter Schäfer, muss sich im Frühjahr vor dem Landgericht Gießen verantworten. Dies teilte die stellvertretende Gerichtssprecherin Beate Bremer gestern mit. Laut Staatsanwaltschaft soll sich Schäfer bei der Vermarktung von Grundstücken der einstigen amerikanischen Housing Area des gewerbsmäßigen Betrugs und der Untreue schuldig gemacht haben. Überdies macht das Gericht auch Schäfers Lebensgefährtin und einem Makler den Prozess wegen des Verdachts der Beihilfe.

Lange war unklar, ob es zu dem Hauptverfahren kommen würde. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im August 2013 Anklage gegen den langjährigen Wobau-Geschäftsführer und die zwei mutmaßlichen Helfer erhoben.

Prozesstermine noch unklar

Wie die Gerichtssprecherin gestern erklärte, hat sich die Prüfung der Anklageschrift hingezogen, weil die Zweite Strafkammer mit anderen Wirtschaftsstrafverfahren ausgelastet gewesen sei. Zudem koste in solchen Fällen die Auswertung der Geschäfts- und Buchhaltungsunterlagen sowie der Computerdaten viel Zeit.

Wann der erste Verhandlungstag sein wird, steht noch nicht fest. Das Gericht habe bei den Verteidigern der Angeklagten mehrere Termine im März und April angefragt. Wie lange der Prozess dauern wird, lässt sich nach Auskunft der Sprecherin „schwer abschätzen“. Laut der Vorsitzenden Richterin sei aber mit mindestens fünf Verhandlungstagen zu rechnen. Es könnten auch viel mehr werden.

Das Strafgesetzbuch sieht bei gewerbsmäßigem Betrug ein Strafmaß von sechs Monaten bis zu zehn Jahren oder eine Geldstrafe vor. Bei Untreue sind ein Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe möglich.

Für die Vermarktung der Grundstücke des Baugebiets „Amerikanische Siedlung“ hatte Schäfer 2009 und 2010 exklusiv mit einem Makler zusammengearbeitet. Kam ein Kauf zustande, zahlte die Wobau die Provision in Höhe von vier bis viereinhalb Prozent an den Makler und nicht wie üblich der Käufer.

Schäfers Lebensgefährtin wiederum soll über eine von ihr gegründete Firma Scheinrechnungen an den Makler geschickt haben. So soll er einen Teil der Provision, die ihm die Wobau gezahlt hatte, an Schäfer zurückgegeben haben. 50 bis 70 Prozent der Provision könnten laut Anklageschrift so auf das Konto der Lebensgefährtin geflossen sein. Durch den Betrug in 32 Fällen sei der Wobau ein Schaden von mehr als 270 000 Euro entstanden.

Die Polizei hatte aufgrund eines Hinweises des Finanzamtes Ende März 2012 die Büros der Gesellschaft sowie private Räume des Geschäftsführers durchsucht. Kurz darauf kündigte der Aufsichtsrat Schäfer fristlos.

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