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Eine Kamera am Himmel erlaubt neue Perspektiven.
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Eine Kamera am Himmel erlaubt neue Perspektiven.

Drohne

Drohneneinsatz in der Wetterau

Der Fotograf Herfried Quanz nutzt seine fliegende Kamera friedlich.

Von Peter Hauff

"SSsssss..." Ein paar seltsame Piepser und ein paar Knopfdrucke, schon summt der Minikopter pfeilschnell gen Himmel. Es klingt wie ein ganzer Bienenschwarm, irgendwie schon gefährlich. Eine zufällig am Parkplatz vorbeigehende Frau lacht, als sie uns zwei Männer mit dem vermeintlichen Spielzeug sieht.

Herfried Quanz hat mir vorhin eine Videobrille verpasst, mit der bewaffnet sich die Welt aus den Augen des seltsamen Flugobjekts betrachten lässt. Die Nidda fliegt vorbei und alle Häuser werden kleiner. Nun schießt der Fotograf nach meinen Wünschen, was ich im Sucher meiner Brille an Luftmotiven so entdecke. Einfach großartig.

Dass seine fliegende Kamera eine Drohne sei, mag der Altenstädter nicht so gerne hören. Er fliege keine Einsätze für Thomas de Maizière, so der Chef einer Bilder- und Rahmenwerkstatt in Altenstadt. Immobilien für die Volksbank oder den Korso eines Autoclubs bei der Abfahrt von einer Autobahn – mit solchen Aufträgen hat sich der 56-jährige Fotograf ein zweites Standbein aufgebaut. „Zumindest in der Wetterau bin ich der einzige, der so etwas macht“, meint Quanz.

Keine heimlichen Fotos von Promis

Trotzdem ist er weit entfernt von spektakulären Einsätzen. Auch heimliche Fotos von Weltberühmtheiten sind nicht die Sache von Quanz. 100 Meter hoch in den Himmel schafft es seine fliegende Kamera, und auch das nur für wenige Minuten. „Sonst muss ich Akkus wechseln“, sagt Quanz. Ist der Strom verbraucht, fällt das Gerät zu Boden. Peng. Quanz hat aber alles unter Kontrolle.

Einen Mikrokopter bloß zum Privatvergnügen in die Luft zu schicken, wäre teuer. Über 20 000 Euro hat der Wetterauer in seine Drohne investiert. Hobbygeräte gebe es schon deutlich günstiger. Von den 1,3 Milliarden Euro aus deutschen Steuergeldern für den Euro Hawk ist Quanz Lichtjahre entfernt. Seine „Service Drone“ – so lautet der Herstellername – hat er solide über seine Hausbank finanziert. Auch die Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes in Darmstadt sei wasserdicht und kein Problem gewesen, so Quanz.

Theoretisch gibt es in Hessen keine Höhenbeschränkung für fliegende Film- und Fotokameras. Die Aufstiegsgenehmigung für Mikrokopter gilt sogar noch über privaten Swimmingpools. Trotzdem: Ganz ohne Spielregeln darf in Deutschland nichts in die Luft. Und wer Privatbilder von Leuten veröffentlicht, kommt schnell in Konflikt mit dem verfassungsrechtlichen Schutz der Privatsphäre.

Zumindest in Amerika wird zurzeit diskutiert: Wie weit dürfen Besitzer privater Fluggeräte als Filmer und Fotografen gehen? Ausgerechnet Google-Chef Eric Schmidt soll davor gewarnt haben, dass Nachbarn sich mit neuen Flugkörpern irgendwann nicht nur gegenseitig beobachten, sondern bekriegen könnten. Wer fühlt sich schon gerne überwacht?

Kein Privatvergnügen

„Nur zum Spaß fliege ich nicht“, lautet einfach und kernig das Motto von Herfried Quanz. Menschen aus der Luft zu fotografieren, sei übrigens gar nicht so spannend. Selbst größere Gruppen sähen von oben plötzlich viel kleiner aus. Viel interessanter wirken aus der Vogelperspektive zum Beispiel der Sprudelhof oder der Gradierbau in Bad Nauheim. „Aus dem schrägem Winkel sehen solche Bauwerke übrigens ebenfalls besser aus, als aus einer Senkrechte“, weiß der Dokumentarfotograf.

Schon wenige Dutzend Meter Abstand von der Erdoberfläche reichen, um Bildmotive anders wahrzunehmen. Wie so vieles im Leben ist auch der Einsatz einer Drohne eine Frage der richtig gewählten Perspektive. „Der Traum jedes Fotografen“ sei das, meint Herfried Quanz.

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