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Silke Zuschlag mit Fayza, Xhensila und Simona (v.l.).
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Silke Zuschlag mit Fayza, Xhensila und Simona (v.l.).

Bad Vilbel

Drei Flüchtlings-Kinder eingeschult

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Saalburgschule hat seit dieser Woche drei neue Schülerinnen / DRK-Laden stattete sie aus.

Konzentriert schaut die kleine Emily zu ihrer neuen Freundin Fayza. Beide Mädchen sind sechs Jahre alt und gehen in die Vorklasse der Saalburgschule. Für Fayza aber ist heute erst der dritte Schultag. Sie kommt aus Äthiopien und ist erst seit kurzem in Bad Vilbel. Altersmäßig könnte Fayza auch schon in die erste Klasse gehen.

Das aber hält Schulleiterin Evelyn Neumann nicht für sinnvoll. „Ich lasse sie neu starten“, sagt sie. Aus Erfahrung weiß sie: Wenn Kinder normal begabt sind, können sie sich in dem Alter in zwei Jahren eingewöhnen. So lange sind ihre Bewertungen nicht relevant.

Neun „Seiteneinsteiger“ gibt es laut Neumann an der Saalburgschule – so nennt sie Kinder ohne Deutschkenntnisse. Vier davon sind Flüchtlinge. Andere kamen aus anderen Gründen nach Deutschland.

Verständigen können sie sich mit denen, die Deutsch sprechen, trotzdem. Das bestätigt auch die kleine Emily. Das ist gar keine Frage. Es klappt schon irgendwie. Sie sei da, um auf Fayza aufzupassen, sagt sie. Es hat sie aber niemand gebeten, ihre Mitschülerin zu dem Fototermin zu begleiten. Doch außergewöhnlich ist das für Neumann nicht:„ Die werden toll aufgenommen“, weiß sie. Und sagt: „Die anderen Kinder lernen auch ganz viel dadurch.“

Zwei Schwestern aus Albanien

Als erstes Flüchtlingskind kam die Somalierin Sahra vor einem Jahr an die Saalburgschule. Sie habe sich toll entwickelt und sei ein sehr selbstbewusstes Mädchen geworden, sagt Neumann. Mit Fayza sind diese Woche auch Xhensila (7) und Simona (9) neu angekommen. Die Albanerinnen sind Schwestern und gehen in die erste und dritte Klasse.

Auch für Silke Zuschlag vom Deutschen Roten Kreuz Bad Vilbel war dieser Tag in gewisser Weise ein erster Schultag. Sie nämlich hat sich um die Ausstattung der Neulinge gekümmert. Malkasten, Stifte, Füller, Radiergummi, aber auch Turnschuhe, Turnanzug ein Beutel und einen Schulranzen hat sie für alle drei besorgt – unter anderem. Manches konnte sie aus dem Fundus des Kleiderladens nehmen. Anderes hat sie mit Überschüssen aus dem Kleiderladen für 350 Euro gekauft. „Ich habe bei allem Markensachen gekauft“, betont sie. „Damit sie in nichts nachstehen.“

Auch bei den Schulranzen habe sie darauf geachtet, dass die Modelle neu sind. „Ich mag den Satz nicht: Für Flüchtlinge ist das noch gut genug“, sagt sie. „Das sind ja genauso Menschen wie Sie und ich.“ Vorsichtig ist Zuschlag daher auch mit Spendenaufrufen. Immer wieder macht sie die Erfahrung, dass viel zu schlecht erhaltene und alte Sachen abgegeben würden. Dann habe sie zusätzlich die Arbeit, diese zu entsorgen.

Für eine Schulstunde pro Woche wird Neumann die Seiteneinsteigerinnen aus dem regulären Unterricht holen. Dann werden sie gefördert, um schneller Deutsch zu lernen. Auch bei den Eltern spürt Neumann indes Hilfsbereitschaft. Auf ihre Anfrage beim Elternbeirat haben sich fünf Eltern gemeldet, die Neumann anrufen kann, wenn etwas gebraucht wird. Seitens des Staats aber fehlten zusätzliche Ressourcen. Als die Mädchen raus gehen, trägt Emiliy für Fayza die Tüte mit den neuen Sachen.

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