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Die Schnitzel stammen  in der Regel vom Abfallholz aus der Region.
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Die Schnitzel stammen in der Regel vom Abfallholz aus der Region.

Neues Heizwerk in Bergheim

Ein Dorf heizt zentral mit Holzschnitzeln

Bergheim ist ein Vorbild für die Region: Die Genossenschaft errichtet ein zentrales Heizwerk, das mit Holzschnitzeln befeuert wird.

Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) war hier, die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) auch und jüngst tagte der Ausschuss für Regionalentwicklung Umwelt und Energie des Kreistags im Bürgerhaus des Ortenberger Stadtteils Bergheim. Das Dorf mit seinen rund 200 Häusern ist ein energiepolitisches Vorzeigeprojekt.

Seit Oktober versorgt ein zentrales Heizwerk den Ort mit Wärme und heißem Wasser. Eine Genossenschaft der Bürger hat es errichtet. „Im Energiedorf Bergheim raucht bald kein Schornstein mehr“, schwärmt Gerhard Salz (Grüne), Vorsitzender des Regionalentwicklungsausschusses des Kreistags.

Die Idee von einem Nahwärmenetz wurde vor drei Jahren geboren, als die Sanierung der Kanäle im Dorf anstand. Die Genossenschaft wurde gegründet und nahm das Zwei-Millionen-Euro-Projekt in die Hand. Rund zehn Kilometer Rohrleitungen wurden verlegt und ein Heizwerk wurde errichtet, mit einem Holzhackschnitzelkessel mit 1000 Kilowatt Leistung und einem Ölheizkessel mit 1600 Kilowatt, dazu ein 40.000 Liter fassender Warmwasserspeicher.

Ein Vorratsbunker nimmt etwa 200 Kubikmeter Holzhackschnitzel auf. Die Schnitzel stammen in der Regel vom Abfallholz aus der Region. Das Abgas wird mehrfach gefiltert, so dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Die Anlage arbeitet vollautomatisch. Ein Bereitschaftsdienst greift bei Störungen ein.

Bereits 110 der rund 200 Häuser des Ortes sind an das Nahwärmenetz angeschlossen. Jeder angeschlossene Haushalt musste Genossenschaftsanteile für 6000 Euro erwerben. Die genutzte Heizenergie wird nach Kilowattstunden abgerechnet.

Das Bergheimer Modell sei praktizierter Klimaschutz, weil heizen mit Holzhackschnitzeln kein zusätzliches Kohlendioxid erzeuge, erläutert Salz. Außerdem bleibe die Wertschöpfung – anders als beim Öl – in der Region. Hausbesitzer könnten die Kellerräume, in denen bisher die Heizung gestanden habe, anderweitig nutzen. Das Modell sei auch für andere Orte oder Stadtteile interessant, wenn dort neue Kanäle gelegt würden. (ieb.)

www.energiedorf-bergheim.de

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