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Es ist  gewiss nicht   ihr letzter Besuch in der Bücherei.
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Es ist gewiss nicht ihr letzter Besuch in der Bücherei.

Karben

Im Dienste der Kultur

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Regina König-Amann hat sich jahrelang ehrenamtlich für die Stadtbücherei Karben eingesetzt. Jetzt hört sie auf.

Gut, dass es Bibliotheken gibt. Gut für Regina König-Amann. „So viel, wie ich lesen will, könnte ich mir an Büchern ja gar nicht kaufen.“ Gut, dass es die Stadtbücherei Karben gibt. Und gut für die Stadtbücherei Karben, dass es Regina König-Amann gibt. Sie steht zwischen Leseecke und den Regalen mit den Kinder- und Jugendbüchern, in den Armen einen Blumenstrauß und eine Flasche Sekt. „Mit Ende 60 ist es an der Zeit für einen Generationenwechsel“, begründet die 68-Jährige das bereits zum 31. Dezember offiziell besiegelte Ende ihres Einsatzes für Literatur und Leseratten.

Drei Jahre lang hat sie die Bibliothek in der Robert-Bosch-Straße betreut und sich außerdem um die Stadtteilbibliotheken in Petterweil, Rendel und Burg-Gräfenrode gekümmert, zwei Jahre lang als ehrenamtliche Stadträtin, nach Ausscheiden aus dem Magistrat dann komplett ehrenamtlich. Bis die SPD bei den Kommunalwahlen 2011 in Karben einbrach, saß die Sozialdemokratin im Magistrat, 14 Jahre hat sie die Politik Karbens mitgestaltet, zunächst unter rot-grüner Regierung, seit 2006 unter einer CDU-FWG-FDP-Koalition.

Als Bürgermeister Guido Rahn (CDU) 2010 die beiden hauptamtlichen Stadträte durch ehrenamtliche ersetzte und den Magistratsmitgliedern Zuständigkeiten zuwies, fragte er Regina König-Amann, ob sie ehrenamtliche Fachbereichsleiterin für die Büchereien werden wolle. Sie musste nicht lange überlegen. „Ich war ja schon ewig Nutzerin der Bibliothek, ich kannte sie, natürlich habe ich da Ja gesagt.“ Schließlich seien Büchereien kulturell wie sozial „sehr wichtig“ für eine Stadt.

Entsprechend hat sich Regina König-Amann eingesetzt. Dank ihrer Initiative wurde die Bücherei in Petterweil umgebaut und erweitert. Sie hat sich stark gemacht dafür, dass in Rendel und Burg-Gräfenrode Urlaubsvertretungen angeheuert wurden, um den einzigen Öffnungstag der Woche, den Montag, zu garantieren.

Mehr Zeit für die Enkel

Und Regina König-Amann hat es geschafft, dass der Etat für die Bibliotheken nicht zusammengestrichen wurde. „Sie haben die Stadtbücherei trotz Schutzschirm und Sparzwängen vor Kürzungen bewahrt“, honoriert Bürgermeister Rahn bei der Feierstunde am Donnerstag ihr Engagement, das „nix mit Politik zu tun hatte“. Als sie 2011 aus dem Magistrat ausschied und der für Kultur zuständige Stadtrat Philipp von Leonhardi (CDU) ihren Posten übernommen, bat Rahn sie, ehrenamtlich weiterzumachen. Und auch hier zögerte sie keine Sekunde. Sie half dabei, den neuen Stadtbüchereileiter Holger Dannat einzuarbeiten, der im Juli 2012 die Nachfolge von Ursula Hauer übernahm. „Das Klima zwischen den Mitarbeitern ist toll“, sagt König-Amann. Wohl nicht zuletzt ihretwegen. Miteinander sprechen, lautet ihre Devise. Und für die gute Sache kämpfen.

Das tat die Bankkauffrau, die auf der Insel Usedom geboren wurde und 1986 mit ihrem Mann nach Klein-Karben zog, auch jahrelang als Betriebsratsvorsitzende, bis sie – nach drei durchgestandenen Fusionen ihrer Bank – mit 55 in den Vorruhestand ging. „Das war eine heftige Zeit.“

Nun freut sie sich besonders, mehr Zeit zu haben für ihre „Riesen-Patchworkfamilie“: fünf Kinder, zehn Enkel, drei Urenkel. Und natürlich zum Lesen: „Alles, quer durch den Garten“. Je nach Laune. Wenn zur Entspannung gerade kein Krimi parat sei, gehe sie eben spazieren oder fahre Rad. Und sie liebt die Musik, sie spielt Gitarre und seit Neuestem auch Ukulele. Und sie ist Vorsitzende des Fotoclubs Karben. „Ich glaube, mir war noch nie langweilig.“

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