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Ordenträger:   Ehrenbürgermeister Detlev Engel.
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Ordenträger: Ehrenbürgermeister Detlev Engel.

Mit Verdienstorden geehrte

Detlev Engel - unbequem und kampfbereit

Karben Ehrenbürgermeister Detlev Engel (SPD) erhält den Verdienstorden am Bande.

Von Bruno Rieb

Das Ereignis rührte Detlev Engel. „Ich bin ziemlich aufgeregt, was man von mir eigentlich nicht so kennt“, sagte der frühere Karbener Bürgermeister, der ansonsten immer Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Hessens stellvertretender Ministerpräsident, Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), war am Freitagabend ins Karbener Rathaus gekommen, um Engel den Hessischen Verdienstorden am Bande zu überreichen.

Hahn erledigte das auf dem Heimweg. Er wohnt in Dortelweil, in unmittelbarer Nachbarschaft von Karben, und er kennt Engel schon lange. Er hat so manches politische Sträußchen mit dem gestandenen Sozialdemokraten ausgefochten. Das habe das Verhältnis aber nicht getrübt. Er habe mit Engel auch nach heftigen Auseinandersetzungen immer „ein Bier oder einen Wein“ trinken können, so Hahn, der seit kurzem auch dem Bad Vilbeler Stadtparlament angehört. Hier seien die politischen Auseinandersetzungen persönlicher, hier wolle er „nicht mit allen ein Bier trinken“.

„Ich habe versucht, mit den mir gegebenen Möglichkeiten etwas mehr Gerechtigkeit, etwas mehr Menschlichkeit, etwas mehr Solidarität und mehr Miteinander im Zusammenleben zu erreichen“, sagte Detlev Engel. Das „Kind der Arbeiterbewegung“, so Bardo Bayer vom Wetterauer SPD-Vorstand, hatte sich nach einer Ausbildung zum Schlosser bei der Bahn in der Eisenbahnergewerkschaft engagiert. Er sei ein „Mitmarschierer in der Friedensbewegung“ gewesen, habe sich an so manchem Ostermarsch beteiligt.

Der 69-Jährige ist seit 45 Jahren Mitglied der SPD und eine „prägende und mitgestaltende Persönlichkeit“, so Bayer. Engel war vier Jahre Geschäftsführer der Wetterauer SPD, dann wurde er persönlicher Referent des damaligen Ministers für Landesentwicklung, Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, Willi Görlach. 1980 wurde er parlamentarischer Referent der SPD-Landtagsfraktion, danach leitete er Görlachs Ministerbüro. Hahn: „Man beginnt als Kofferträger und darf irgendwann selbst Reden halten.“

Engel entschied sich für die Kommunalpolitik. 1986 wurde er Erster Stadtrat in seiner Heimatstadt Karben. 1982 gewann er die Bürgermeisterwahl. Zwölf Jahre Stand er an der Spitze der Stadt.

Von Pendlerstadt zum Heimatort

Engel habe Karben „ein neues Bild gegeben“, sagte Hahn. Er habe „die ursprüngliche Pendlerstadt zu einem attraktiven Heimatort für junge Familien mit einem modernen Gemeinwesen“ entwickelt. Wie populär der einstige Rathauschef ist, zeigte die Kommunalwahl 2006, zwei Jahre nachdem Engel in den Ruhestand gegangen war: Er wurde vom aussichtslosen Platz 33 auf Platz drei kumuliert und panaschiert. Engel bedankte sich damals bei seinen Wählern, lehnte das Mandat im Stadtparlament aber ab, weil er sich im Kreistag für die Region einsetzen wollte. Heute ist der 69-Jährige im Wetterauer Kreisausschuss aktiv.

Auf dem Chefsessel im Karbener Rathaus sitzt nun der Christdemokrat Guido Rahn. „Wir haben uns nicht immer konfliktfrei unterhalten“, blickte dieser auf die gemeinsame Zeit mit Engel im Karbener Parlament zurück. Der einstige Rathauschef weiß, dass er „oft unbequem war“. Engel: „Stets kampfbereit reagierte ich geradezu allergisch auf offenkundige Ungerechtigkeiten und zögerliche Reaktion bei den Verantwortlichen.“

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