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Christina Kreuz an ihrem  Arbeitsplatz.
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Christina Kreuz an ihrem Arbeitsplatz.

Schneiderin Christina Kreuz

Couture aus Dortelweil

Bie ihr gibt es nichts von der Stange: Die Schneiderin Christina Kreuz führt ihr Atelier im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil seit zehn Jahren.

Von Jana Tempelmeyer

Ein Jäckchen aus grüner Wildseide, innen mit einem floralbedruckten Seidencrepe gefüttert, darunter ein zartes Seidenkleid mit einer Organzadrapierung – dieses Outfit führte Christina Kreuz bei ihrer Meisterprüfung im Jahr 1999 vor. Ein Jahr später eröffnet sie ihr eigenes Atelier „Art noveau“ in der Bahnhofstraße 53, in Bad Vilbel-Dortelweil.

Die Schneiderin hatte schon als Jugendliche große Freude an Stoffen, selbst entworfenen und genähten Kleidungsstücken. Die Leidenschaft teilte sie mit ihrer Mutter, die als junges Mädchen auch Schneiderin werden wollte. Damals hatte der Beruf wenig Ansehen, die Mutter sollte lieber etwas „Anständiges“, etwas Kaufmännisches lernen. Tochter Christina jedoch verwirklichte ihren Traum: Nach dem Abitur absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung zur Damenschneiderin bei Toni Schiesser in Frankfurt. Ein Studium kam für die modebewusste Frau nie in Frage. „Ich wollte arbeiten und was mit den Händen machen.“

In ihrem hellen Atelier berät Kreuz zunächst die Kundinnen, geht Schnitte und Stoffe durch, stellt Fragen zum Anlass und nimmt erste Maße. Zum nächsten Termin fertigt sie eine Skizze an und bespricht das Angebot mit der Auftraggeberin. Anschließend wird der Plan in der angrenzenden Schneiderwerkstatt umgesetzt. Hier helfen eine Gesellin in Teilzeit, zwei Azubis und drei Fachpraktikantinnen. Eine Vielzahl von Maschinen stehen in der Werkstatt; eine Overlock, ein Kettler mit Anlassermotor, um den Saum zu vollenden, oder eine Bügelanlage mit Absaugung und eine Fixierpresse.

Das Atelier lebt von Stammkunden, die immer wieder in die Bahnhofstraße kommen, aber auch von Menschen, die Kleider für besondere Anlässe, wie Hochzeiten oder Bälle wünschen. Die Angebotspalette ist breit gefächert und reicht von Braut- und Abendkleidern bis zu Business-outfits und Wintermänteln. Außerdem werden Accessoires, wie Schals und Taschen gefertigt, auch mal Schuhe in der Kleidfarbe eingefärbt. Im Detail sind keine Grenzen gesetzt. Da können Knöpfe mit dem Stoff der Jacke überzogen, aufwendige Blumendrapierungen genäht werden und aus ehemaligen Brautkleidern werden Abendkleider. Oft haben die Kunden auch schon ein Bild im Kopf, wie das Kleidungsstück auszusehen hat.

Die Maßschneiderei sei „eine zeitintensive, handwerkliche und künstlerische Arbeit“ erklärt Christina Kreuz. Jedes Projekt geht sie mit Herzblut an, deshalb ist es ihr so wichtig, dass die Kundinnen glücklich sind. Ab und zu verlässt sie ihr Atelier und zeigt ihr Können auf Modenschauen und Bällen. Im November war sie bei der Benefizgala zugunsten der Unicef mit einem Präsentationsstand vertreten.

Die von ihr verwendeten Stoffe werden weltweit eingekauft, in Deutschland werden eher wenige Stoffe hergestellt. Daher muss man „die Fühler international ausstrecken“, erklärt ihr Partner Alexander von Zaluskowski. Den Großteil ?ihrer Ware bezieht sie aus England, Frankreich und Italien.

Die Schneiderin trägt selbstverständlich ausschließlich Kleidung, die sie selbst entworfen und genäht hat. Sie würde sich gerne Kleider stricken, hat aber kaum Zeit dafür. Ein normaler Arbeitstag dauert bei ihr zwölf bis 14 Stunden, das an mindestens sechs Tagen pro Woche. In ihrer knapp bemessenen Freizeit kümmert sie sich um ihre zwei Katzen und füttert die Igel in ihrem Garten.

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