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Inken Kestler ist Auszubildende der Mechatronik bei Continental Automotive in Karben.
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Inken Kestler ist Auszubildende der Mechatronik bei Continental Automotive in Karben.

Karben

Conti-Azubi erfindet Tragehilfe

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Hessenmetall zeichnet Inken Kestler mit Sonderpreis aus.

Als Inken Kestler an der Fräse stand und den Griff für eine von ihr erdachte Hebevorrichtung fertigte, hatte sie keine Vorstellung davon, welche Aufmerksamkeit diese Entwicklung ihr einmal bescheren würde. Die Auszubildende bei Continental Automotive entwickelte eine Hebehilfe aus dem Continental-Werk in Rheinböllen so weiter, dass Mitarbeiter mit dieser nun auch im Karbener Werk schwere Lasten ohne Kraftaufwand transportieren können.

Auf Anregung eines Ausbilders reichte die angehende Mechatronikerin ihr Werk beim Nachwuchswettbewerb „Meine Zukunft“ von Hessenmetal, dem Verband der Metall- und Elektrounternehmen in Hessen, ein. Von der Hebehilfe, einer Art pneumatischer Muskel, der mit Druckluft funktioniert, war die Jury so angetan, dass der Verband der Wölfersheimerin gestern einen Sonderpreis überreichte – eine hochwertige Musikbox.

Kestlers Werk kommt unscheinbar daher: ein schwarzer Schlauch, der von der Decke hängt und an einem Griff per Knopfdruck bedient wird. Vollbestückte, mehr als 15 Kilogramm schwere Magazine lassen sich so verladen. „Optimierte Ergonomie“, befand Hessenmetal. „Ganz rückenfreundlich“, sagt die 20-jährige Ausgezeichnete.

Einzige Frau unter Männern

Ihre Entwicklung stellte die frühere Bad Nauheimer Sankt-Lioba-Schülerin mit den Leistungskursen Mathematik und Chemie gestern noch einmal in einer kleinen Feierstunde vor. Viel Werksprominenz war gekommen, zudem der Geschäftsführer des Bezirksverbandes von Hessenmetal, Friedrich Avenarius. Viel Aufsehen für die junge Auszubildende, die einen bodenständigen und unaufgeregten Eindruck macht. In einer Fahrgemeinschaft kommt sie jeden Tag zur Arbeitsstelle

In ihrem Lehrjahr ist sie die einzige Frau unter sechs Mechatronik-Azubis. Mechanik, Elektrotechnik und Informatik – daraus setzt sich dieser noch relativ junge Beruf zusammen, den man mittlerweile auch studieren kann. Auch in der Berufsschulklasse in Ober-Ursel ist sie die einzige Frau. 18 Männer drücken mit ihr die Schulbank.

Nach der Ausbildung, die sie im Sommer 2016 zu beenden hofft, will sie ein Studium draufsetzen. Welches Fach, weiß sie noch nicht. Nur mit Technik soll es wieder zu tun ha ben. Fremdsprachen und Gemeinschaftskunde seien schon zu Schulzeiten nicht ihr Ding gewesen. Die Freude am Handwerk habe sie auch von ihrem Vater mitbekommen, der zu Hause eine große Werkstatt habe.

Dass ihre Entwicklung nicht nur funktioniert, sondern im Werk rege von den Mitarbeitern in der Produktion benutzt werde, freue sie. Schließlich hat sie viel Arbeit in das Projekt investiert. „Ich habe viel Zeit zur Verfügung bekommen“, sagt Kestler. Zwei bis drei Wochen habe sie daran gearbeitet, jeden Tag, volle sieben Stunden.

Den Rummel um ihre Person erträgt die junge Frau: Das sei „eine Erfahrung wert“. Jeden Tag brauche sie das aber nicht. Komplimente wie von Avenarius, sie sei „ein Leuchtturm der Ausbildung“ lässt sie sich aber gerne einmal gefallen. Werkleiter Jürgen Martin sagte, am Continental-Standort Karben sei man „sehr stolz“ auf die Preisträgerin, für die bald die Zwischenprüfung ansteht.

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