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Ödnis oder goldener Boden? In dem Gewerbegebiet Quellenpark in Bad Vilbel soll ein riesiges chinesisches Handelszentrum entstehen.
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Ödnis oder goldener Boden? In dem Gewerbegebiet Quellenpark in Bad Vilbel soll ein riesiges chinesisches Handelszentrum entstehen.

Bad Vilbel

China investiert in Lothringen

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Auch in Lothringen baut China ein Handelszentrum - hier ist der erste Spatenstich bereits vollbracht. Bad Vilbels Stadtrat Minkel sieht hierdurch aber keine Gefahr für das Projekt im Quellenpark - "China ist groß", sagt er lapidar.

In Sachen chinesisches Handelszentrum ist die Region um das lothringische Thionville mehr als eine Nasenlänge den Bad Vilbelern voraus. Dort war am vergangenen Freitag Spatenstich für ein europäisch-chinesisches Handels-, Produktions- und Logistikzentrum. In der einstigen Bergbauregion, die mit zu den ärmsten Gegenden in Frankreich zählen soll, besteht Aussicht auf bis zu 30000 neue Jobs. Doch auch in Thionville gibt es offenbar Zweifler.

Die Dimensionen des ITEC (International Industry Trade Technology and Exhibition Centre) lassen sich mit dem Vorhaben in Bad Vilbel kaum vergleichen. Rund 130 Hektar beträgt laut Regionalverwaltung Conseil Général de la Moselle (Generalrat) die Gewerbefläche, die über zehn Jahre bebaut werden soll.

Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, sollen sich im ITEC bis zu 2000 kleine bis mittelgroße chinesische Betriebe ansiedeln können. Das Herzstück soll ein achtgeschossiges Gebäude mit einer Fläche von 230?000 Quadratmetern sein. Die Bauarbeiten sollen Mitte Dezember beginnen, teilt das Pressebüro der Projektgesellschaft Terra Lorraine mit.

In diesem Sommer wurden die Partnerschaftsverträge mit dem Generalrat und den Handelskammern beider Länder geschlossen. Auf asiatischer Seite sollen etwa die Millionenstadt Wuhan und die Provinz Hunan dabei sein. Laut Saarbrücker Zeitung wird das ITEC ohne öffentliche Gelder finanziert. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt werden mit 150 Millionen Euro angegeben.

Klaus Minkel (CDU), der als Stadtrat das potenzielle chinesische Handelszentrum in Bad Vilbel vorantreibt, äußert sich gelassen zum ITEC. Eine Gefahr für das Projekt im Quellenpark, bei dem nach FR-Informationen 700 Millionen Euro investiert werden sollen, sieht er nicht. „China ist groß“, sagt er. Auch werde es in Vilbel ob der höheren Bodenpreise weniger Produktion geben.

Kritiker in Thionville sehen hierin eine Gefahr. Einheimische Unternehmer fürchten offenbar, dass die Chinesen den EU-Markt über das ITEC mit ihren Billigprodukten überschwemmen könnten – und dazu mit dem verkaufsfördernden Label „Made in France“, wenn die Endmontage in Thionville erfolgt. „Made in Germany“ könnte auch auf chinesische Produkte geklebt werden, die aus dem Quellenpark kommen, heißt es auf Nachfrage bei der IHK Gießen/Friedberg. In Thionville sieht man die Rechnung nur aufgehen, wenn auch Container voll mit produzierten Waren nach China zurückgehen. Bürgermeister Betrand Metz soll auf Garantien gedrungen haben. „Die können wir nicht geben. Wir können es nur richtig machen“, zitiert die Saarbrücker Zeitung Bruno Welch, Generaldirektor der Terra Lorraine.

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