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Landrat Jan Weckler erwartet steigende Bevölkerungszahlen in der Wetterau - damit auch weiteren Personalbedarf.

Wetterau

Wetterauer Kreisverwaltung platzt aus den Nähten

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Das Kreishaus in Friedberg ist viel zu klein für die Beschäftigten. Nun sollen Millionen in neue Räume investiert werden.

Die frisch gesetzten Streifenfundamente im Innenhof des Landratsamtes geben manchen Beschäftigten der Behörde in Friedberg Hoffnung. Für 21 Mitarbeiter werden dort Bürocontainer aufgestellt. Das Anfang der 1970er Jahre gebaute Kreishaus samt der Erweiterung von 1989 platzt aus den Nähten. Weitere räumliche Entlastung sollen ein Neubau und ein ehemaliges Verwaltungsgebäude in der Kreisstadt bringen.

Die Wetterau gehöre auch künftig zu den Boom-Regionen im Rhein-Main-Gebiet, und damit würden die Ansprüche an die Kreisverwaltung steigen, sagt Landrat Jan Weckler (CDU). Die Einwohnerzahl im Kreis klettere in den nächsten Jahren um 30 000 Personen; vorwiegend würden es Neubürger sein, so seine Prognose. Seit Gründung des Wetteraukreises 1972 stieg die Einwohnerzahl bis heute um 63 000 Menschen. Zurzeit leben knapp 305 000 Personen im Kreisgebiet.

Vor  allem die großen Baugebiete in Bad Vilbel, Karben und nicht zuletzt in Friedberg tragen hierzu bei, wo allein auf dem mehr als 70 Hektar großen Kasernengelände Ray Barracks rund 3000 Menschen leben sollen. Der Ausbau der Main-Weser-Bahn lässt dies nicht als Utopie erscheinen. Für die Kreisverwaltung hat die Zukunft bereits jetzt kostspielige Folgen. Mehr Personal und mehr Räume werden benötigt. Für Letzteres investiert der Kreis mehr als zehn Millionen Euro. Allein in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Beschäftigten im Landratsamt auf 1300 gestiegen, um rund zehn Prozent, heißt es.

Die Kommunalverwaltung stehe vor erheblichen Herausforderungen, so Weckler. „Mehr Menschen in der Wetterau fordern mehr Dienstleistungen“, erläutert er. Aber nicht allein das verlange weitere Mitarbeiter. Die Zuordnung der Aufgaben auf die einzelnen Behörden werde aufwendiger und komplexer, berichtet er. In  eine alte Verwaltungsstelle, die kernsaniert wird, sollen die Rettungsleitstelle sowie Teile des Fachbereichs Gesundheit, Gefahrenabwehr und Brandschutz einziehen.

Die Kosten werden sich laut Ausschreibung auf drei Millionen Euro belaufen. Nahezu das Doppelte wird der Neubau in der Homburger Straße kosten. In das künftige „Haus der Umwelt“ gehen die Beschäftigten der Fachbereiche Regionalentwicklung und Umwelt sowie Bauordnung. Beide Bauprojekte werden voraussichtlich 2020 bezugsfertig sein, heißt es auf Nachfrage. Dass es nicht schneller vorangeht liegt laut Kreispressesprecher Michael Elsass daran, dass die brummende Baukonjunktur es sehr schwierig mache, Handwerksbetriebe zu bekommen.

Die  Verlagerung von Verwaltungsbereichen in neue Dependancen wird als schnelle Lösung des aktuellen und künftigen Raumbedarfs betrachtet. „An einen kompletten Neubau für ein größeres Kreishaus wurde auch mal gedacht“, so Elsass. Zudem ist der Plenarsaal mit 81 Mandatsträger ebenfalls schon fast zu klein. Die Überlegung sei jedoch am fehlenden Grundstück gescheitert. Selbst das riesige Areal der Ray Barracks biete kaum eine Option. Das Gelände sei schon weitgehend verplant, heißt es. Zurzeit verhandelt die Stadt Friedberg mit dem Bund über den Kauf.

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