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Im Sommer haben die Bauabeiten im Umfeld des 90 Jahre alten Kurhauses begonnen.

Hessentag in Bad Vilbel

Hessentag ohne Stadthalle

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Der Hessentag beginnt am 5. Juni 2020 in Bad Vilbel. Doch die neue Stadthalle wird dann nicht fertig sein. Der geplante Eröffnungstermin für das Gebäude ist nicht zu halten, sagt der zuständige Stadtrat Klaus Minkel (CDU).

Wenn am 5. Juni 2020 der Hessentag in Bad Vilbel beginnt, wird von der neuen Stadthalle allenfalls der Rohbau stehen. Dies teilte der zuständige Stadtrat und Stadtwerke-Betriebsleiter Klaus Minkel (CDU) am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss in Bad Vilbel mit. Die Stadtwerke hatten den „schlüsselfertigen Neubau“ einer Stadthalle mit Orangerie und Tiefgarage sowie die technische Gebäudeausstattung, die Bühnentechnik und die Freianlagen ausgeschrieben. Generalunternehmen waren aufgerufen, bis zum 26. Oktober ein Angebot einzureichen. 

Wie Minkel im Ausschuss berichtete, hätten zwar 30 Firmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert. Doch nur eine einzige Bietergemeinschaft habe ein Angebot für den schlüsselfertigen Neubau, den der Landkreis in der Zwischenzeit ebenfalls genehmigt habe, abgegeben. Angesichts dieser Entwicklung sähen sich die Stadtwerke außerstande, den Gremien einen Vorschlag zu unterbreiten. Nähere Angaben machte der CDU-Politiker nicht. Eine Anfrage der FR nach weiteren Informationen blieb gestern unbeantwortet.

Noch vor knapp drei Monaten, als Landrat Jan Weckler (CDU) auf dem Baufeld neben dem 1927 und 1928 errichteten Kurhaus die Genehmigung für die Gründungsarbeiten zum Bau der Tiefgarage übergab, hoffte man im Rathaus, dass die Quellenstadt ihre neue Stadthalle für die Besucher des  Landesfestes würde öffnen können. Dabei dürften bereits im September nur Optimisten noch daran geglaubt haben, dass man den ursprünglich anvisierten Eröffnungstermin würde einhalten können.

Minkel betonte, dass nur dann die Aussicht bestanden hätte, die Stadthalle bis zum Hessentag fertigzustellen, wenn sich wie vorgesehen eine Generalunternehmen gefunden hätte. Man werde die Gewerke nun einzeln ausschreiben. Zunächst komme die Tiefgarage an die Reihe.
Ungeachtet der ernüchternden Nachricht vom Donnerstagabend laufen seit vielen Wochen die Gründungsarbeiten für die Tiefgarage. Bagger heben auf dem großen Baufeld unweit der Nidda die Erde aus, die anschließend von schweren Lastwagen wegtransportiert wird. Im Umfeld der Baustelle hat die Stadt die Verkehrsführung geändert. 

Bad Vilbels Stadtverordnete hatten im Oktober 2017 beschlossen, das Kurhaus nach den Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Vielmo umzubauen und um eine Stadthalle mit etwa 1000 Sitzplätzen zu erweitern, die ein Tochterunternehmen des Karbener Event-Dienstleisters Satis & Fy betreiben will. Bisher rechnet die Stadt mit Kosten von 25 Millionen Euro für den Umbau und die Erweiterung sowie mehr als elf Millionen Euro für die Tiefgarage. Für die Investition will die Stadt auf Fremdkapital zurückgreifen. Die Dorint-Gruppe plant, auf einer angrenzenden Fläche ein Hotel mit etwa 180 Zimmern zu errichten. 

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