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Der Entwurf einer Smart City in Bad Vilbel.

Bad Vilbel

Grüne stehen hinter Spring Park Valley

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Die geplante Smart City im Quellenpark von Bad Vilbel trägt den Kernforderungen der Grünen Rechnung.

In der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist wegen des Quellenparks über Vertragspartner der Stadt und deren Partner in einer unverantwortlichen Weise hergezogen worden, die nicht den Interessen der Stadt dient.“ In der Magistratskolumne im „Bad Vilbeler Anzeiger“ vom 8. November finden sich klare Worte, mutmaßlich von Stadtrat Klaus Minkel (CDU). Nur richteten sie sich in jener Ausgabe nicht – wie so oft in der Vergangenheit – an die Grünen.

Sie sollten vielmehr Minkels Parteifreund Jens Völker (CDU) treffen. Der hält die geplante Smart City „Spring Park Valley“ für riskant, weil sie zu einer weiteren Verschärfung der Verkehrsprobleme in Bad Vilbel führen werde und weniger attraktiv für Startups sei, als es der Investor und Spiritus Rector des Mega-Projektes, Jörg-Peter Schultheis, darstelle.

Die Grünen hingegen haben bislang mehr als alle anderen Befürworter ihre Zustimmung zum Vorhaben des Bad Homburger Investors und der Berliner Unternehmensgruppe Cesa bekundet, im Quellenpark 800 Millionen Euro zu investieren und „Europas größtes Innovationsquartier“ zu schaffen. Woher rührt die fast durchweg positive Haltung der Öko-Partei? Eine Haltung, die SPD-FraktionschefChristian Kühl „mit Unverständnis“ zur Kenntnis nimmt, wo doch wenig Konkretes bekannt sei und die Namen der interessierten Firmen noch unbekannt seien. 

Der Vorsitzende des Grünen-Ortsverbandes, Clemens Breest, sprach kürzlich im Stadtparlament zum Thema und lieferte die für seine Partei entscheidenden Argumente. Es sind Herzensanliegen, die die Partei verwirklicht sieht. Drei der geplanten Gebäude könnten gemäß dem Bebauungsplan bis zu 55 Meter hoch werden, äußerte Breest. Man baue in die Höhe. „Dadurch werden unsere umliegenden Ackerflächen und Grünstreifen geschützt.“

Der Grünen-Politiker sagte, die Investoren wollten das neue Quartier vollständig aus erneuerbaren Energien versorgen. Er hob hervor, dass neben den 6500 Arbeitsplätzen, die entstehen sollen, auch 200 Wohnungen und 1000 Appartements für kürzere Mieten geplant seien. Es entstehe eine „Stadt der kurzen Wege“.

Beim Verkehr werde in dem Quartier Fußgängern und Radfahrern die Vorfahrt eingeräumt. Keine Autos, wenn man einmal von Lieferverkehren absieht, und ein Fahrrad-Parkhaus mit 1500 Plätzen lassen das grüne Herz höher schlagen. Obwohl auch die Grünen damit rechnen, dass noch viele mit dem Auto ins Spring Park Valley kommen werden, könne es nicht die Alternative sein, „alle Bautätigkeit“ in Bad Vilbel einzustellen.

Es sei ein visionäre Projekt, dem man aber gerne zustimme, so Breest. Bislang beließen es die Grünen bei einer kritischen Anfrage an den Magistrat. Wer streng genommen überhaupt der Käufer der 90 000 Quadratmeter in dem an der B3 und der Nordumgehung gelegenen Quellenpark sei?, wollten sie wissen, und ob ein Weiterverkauf der Flächen durch die von Cesa und Schultheis gegründete Projektgesellschaft möglich sei. Es müsse verhindert werden, dass es die Investoren bei einer Veredelung des Bebauungsplans und der Spekulation mit den Grundstücken beließen. „Bei kommerziellen Geschäften ist der Weiterverkauf nie ausgeschlossen“, antwortete ihnen der zuständige Dezernent, Klaus Minkel. Cesa hatte da bereits gegenüber der FR geäußert, dass man keinen Verkauf plane.

Bei einer Diskussionsveranstaltung erlebten die Bad Vilbeler Spitzen-Grünen kürzlich, dass es bei den Parteimitgliedern und in der Bevölkerung noch einige Vorbehalte gibt. sei es hinsichtlich des Verkehrs, sei es wegen der noch unbekannten Nutzer, die vorhaben ins Spring Park Valley zu kommen. 

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