Experten gegen Zebrastreifen am Lupinenweg

Bad Vilbel Stadt und Verkehrsexperten lehnen Forderung von Eltern ab

Die Bewohner von Dortelweil-West werden auf den Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen am Lupinenweg noch sehr lange warten müssen – zumindest wenn es nach der einhelligen Meinung von Verkehrsexperten geht. Der zuständige Stadtrat Jörg Frank (CDU) berichtet von einem Treffen mit Fachleuten verschiedener Behörden, darunter mit Bad Vilbels Verkehrsplaner Rüdiger Storost, Herbert Diehl vom Landesamt Hessen Mobil und Manfred Müller von der Polizei.

Eltern verlangten im vergangenen Spätsommer einen Übergang am Kreisel, weil der Aufzug zur Fußgängerbrücke nicht immer funktioniere. Besonders Schüler mit Fahrrädern würden dann die Theodor-Heuss-Straße (Kreisstraße 10) an ungesicherter Stelle am Kreisel überqueren. Der Ortsbeirat zeigte sich für verschiedene Lösungen offen. Im Rathaus nahm man sich des Themas an und zog Experten hinzu.

Nach einer mehrtägigen Zählung durch die Ordnungspolizei sollen im Tagesdurchschnitt drei Viertel aller Fußgänger die Brücke nutzen. Lediglich zum Unterrichtsbeginn und -ende werde der ebenerdige Überweg am Kreisel bevorzugt. „Daraus lässt sich ableiten, dass vor allem Schülerinnen und Schüler unvorsichtig sind und über die stark befahrene K10 laufen“, kommentiert Verkehrsplaner Storost das Verhalten. Er verlangt von den Eltern mehr Vorbildfunktion in der Verkehrserziehung. Er spricht sich gegen einen Zebrastreifen aus, solange es den sicheren Weg über die Brücke gibt.

Aufzug funktioniert meistens

Die beidseitigen Schallschutzwände an der K10 suggerierten Autofahrern, hier handele es sich um eine außerörtliche Straße. Die Fahrer würden deshalb dort „eher zum beschleunigten Fahren“ verleitet.

Laut Stadtrat Frank ist nachweisbar, dass der 2005 installierte Aufzug die „meiste Zeit des Jahres voll funktionsfähig“ ist. Dies will er Protokollen entnommen haben. Selbst bei einer Störung des Lifts sei eine Überquerung am Kreisel nicht nötig, weil es etwa an der Europäischen Schule einen Fußgängerübergang gebe.

Mit der Forderung eines weiteren Zebrastreifens dürfe das Individualwohl nicht über das Allgemeinwohl gestellt werden, sagt Polizist Müller. Auch er appelliert an die Vernunft der Eltern. Denn aus polizeilicher Sicht kann das Überqueren der K10 am Kreisel nicht verboten werden. (sun.)

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