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Martin Franke von Stadtmobil vor dem Friedberger Carsharing-Auto seiner Firma.
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Martin Franke von Stadtmobil vor dem Friedberger Carsharing-Auto seiner Firma.

Bad Nauheim Carsharing

Carsharing droht das Aus

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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In Bad Nauheim fehlen noch etwa acht Nutzer, dann könnte ein Carsharing-Angebot in der Kurstadt etabliert werden. Die Mitglieder der Lokalen Agenda verstehen nicht, warum die Bad Nauheimer so zögerlich auf das Angebot eingehen.

„Es ist schon zäh.“ Thomas Grüßing von Stadtmobil Rhein-Main zieht eine nüchterne Bilanz des erneuten Treffens in Bad Nauheim gestern Abend. Seit über einem Jahr versuchen er und sein Kollege Martin Franke, ein Carsharing-Angebot in der Kurstadt zu etablieren.

Die Idee kam ursprünglich von der Lokalen Agenda. Doch auch nach mehreren Treffen vor Ort, Öffentlichkeitsarbeit, Telefonaten und Briefen fehlen die Nutzer. Stadtmobil will, bevor sie einen Wagen in die Kurstadt stellen, 500 Euro Mindestumsatz im Monat garantiert haben. Alles, was darunter liegt, rechnet sich nicht. 300 Euro waren es bis Dienstagmittag. Gestern Abend verpflichtete sich mal wieder ein weiterer potenzieller Nutzer, im Monat mindestens 20 Euro Umsatz zu zahlen. Zehn Euro Förderbeitrag kommen auch noch dazu. Fehlen immer noch 170 Euro. Geht man von einem Betrag von 20 Euro pro Person aus, sind das acht bis neun Nutzer, die noch gesucht werden.

Franke setzt dabei zum einen auf die örtliche Nachbarschaftshilfe. „Dort überlegt man, das Carsharing für dienstliche oder private Zwecke zu nutzen.“ Die zweite Vorsitzende des Vereins, Sigrid Bourdin, sagt auf Nachfrage: „Wenn sich das konkretisiert, werden wir uns auch beteiligen.“ Die Vereinsmitglieder könnten das Auto für Begleitdienste nutzen. Die Stadt Bad Nauheim selbst hat laut Franke ebenfalls Interesse bekundet. Dort war gestern niemand mehr in dieser Sache zu sprechen.

Selbst wenn genug Nutzer zusammenkommen, mache Stadtmobil in den ersten zwei Jahren immer noch keinen Gewinn, so Grüßing. „Für uns ist es ein Zuschussgeschäft, das nur geht, weil wir insgesamt 125 Autos haben.“ Trotzdem will Stadtmobil weiter die Werbetrommel rühren. Allerdings nur noch „ein paar Monate lang“, dann sollten genug Nutzer beisammen sein.

In Friedberg läuft es gut

Karin Heinze von der Lokalen Agenda Bad Nauheim ist von Anfang an dabei. „Ich bin auch etwas frustriert“, sagt sie. „Das hat nicht so eine Dynamik, wie wir es gewünscht haben.“ Sie verstehe selbst nicht, warum sich immer wieder Menschen interessiert zeigten, dann aber „rumzackern“ würden. Sie schätzt Grüßings Ausblick als „realistisch“ ein.

In Friedberg hat Stadtmobil zwei Wagen, in Bad Vilbel einen stationiert. Dort steht er am Südbahnhof. „Auch hier hat das Auto noch Kapazitäten“, sagt Grüßing. „Richtig Geld verdient wird hier nicht.“ Etwa 20 Kunden nutzen das Angebot. In Bad Vilbel sei die Situation nicht mit Bad Nauheim zu vergleichen. Durch die Nähe zu Frankfurt entstünden stadtmobil keine so hohen Kosten, etwa bei der Wartung des Wagens. „Unsere Mitarbeiter sind oft mit anderen Wagen vor Ort in Werkstätten, sodass sie sich um das hier stationierte Auto kümmern können.“

In Friedberg hingegen läuft das Konzept nach wie vor gut. Hier gibt es etwa 35 Nutzer.

Anmeldung und Informationen bei Stadtmobil Rhein Main, Telefon 069 / 951179-99. Auf www.stadtmobil.de gibt es auch einen Tarifrechner.

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