Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jennifer Gatzke erklärt, was essbar ist.
+
Jennifer Gatzke erklärt, was essbar ist.

Bad Vilbel

Butterbrot mit Gänseblümchen

Die ersten Vorboten des Frühlings sind bereits da und einige sind nicht nur hübsch anzusehen

Von Rebecca Röhrich

Jennifer Gatzke steht mit einer kleinen Gruppe im Unterholz des Bad Vilbeler Stadtwaldes und zeigt auf den Waldboden. Das ungeübte Auge kann dort nur schwerlich die winzigen Blüten der ersten Veilchen ausmachen. „Die Blüten der Veilchen kann man essen“, erklärt die Ökologin und bietet aus einer Tupperbox, ein paar der violetten Frühblüher zur Verkostung an. Finn ist skeptisch. Die anderen Kindern im Grundschulalter greifen neugierig zu. Auch die Erwachsenen kauen prüfend auf dem ungewohnten Material herum. Die gesüßten Veilchen haben einen satten Lilaton – kaum zu glauben, dass sie essbar sind.

Der Bad Vilbeler Kneipp-Verein hatte die Frühblüher-Führung durch den Vilbeler Forst organisiert. „Es ist einfach sehr interessant zu wissen, was in unseren Wäldern alles so wächst“, sagt Linda Pfeiffer, Pressewartin des Vereins. Besonders Kinder sollten wieder mehr über die Natur, die sie umgibt, erfahren. „Viele Kinder kennen noch nicht mal die Namen der gängigen Bäume im Wald“, sagt ein Vater, der gemeinsam mit seinen zwei Söhnen Lasse und Finn an der Führung teilnimmt. Auch die Eltern wüssten immer weniger über die heimische Flora und Fauna.

Aber das Interesse von Familien an der Waldführung ist groß. Über 20 Teilnehmer hätten sich angemeldet, so Pfeiffer. Leider hat den Organisatoren dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist kalt und regnerisch. Am Ende sind nur zwei Väter mit ihren Kindern gekommen.

Kulinarische Überraschungen

Die Ökologin hat während des zweistündigen Spaziergangs noch andere kulinarische Überraschungen parat. So zeigt sie, dass Gänseblümchen und Löwenzahn hervorragend auf einem Butterbrot schmecken. Auch da sind die Kinder zunächst skeptisch. Aber als die erste Scheu dann überwunden ist, können sie nicht genug von den Butterbroten bekommen. Auch die selbstgemachte Maibowle, natürlich ohne Alkohol, die die 27-Jährige mitgebracht hat, kommt bei den Teilnehmern sehr gut an. „Den Waldmeister habe ich hier um die Ecke gesammelt“, sagt die junge Frau.

Neben der Verkostung steht natürlich auch ein wenig Theorie auf dem Programm. So lernen die Kinder, dass die früh blühenden Pflanzen die durch das Sonnenlicht aufgenommene Energie speichern können. Dies führe dazu, dass sie sich bereits aus der Erde wagen, wenn die Sonne noch gar nicht so stark scheint. Sie könnten auf ihren Energievorrat in ihren Zwiebeln oder Knollen zurückgreifen. Aspekte, die sicherlich den ein oder anderen Erwachsenen auch neu sind.

Immer wieder bleibt die Gruppe stehen, die Biologin zeigt Pflanzen oder beantwortet die Fragen der Kinder. „Leider gibt es immer weniger Umweltpädagogen“, erzählt Gatzke. Das liege wahrscheinlich auch daran, dass diese Jobs nicht sonderlich gut bezahlt seien. Auch sie biete die Führung mehr aus ideellen Gründen an. Wirtschaftlich gesehen lohne sich der Aufwand nicht. Aber darum geht es der 27-Jährigen nicht.

Viele Kinder würden gar nicht wissen, was für ein Reichtum an Nahrung im Wald nur darauf wartet, gepflückt zu werden. „Gerade die Frühblüher waren früher für die Menschen ein wahrer Segen“, berichtet Gatzke. Waren sie doch die ersten Vitamine, die nach einem langen Winter verfügbar waren. Allerdings müsse man lernen, zwischen essbaren und giftigen Pflanzen zu unterscheiden.

Die Väter sind sich sicher, dass die Führung einen bleibenden Eindruck bei den Kindern hinterlassen hat. Auch sie überlegen bereits, wie sie die neuen Kenntnisse über die Wildkräuter in den kulinarischen Speiseplan der Familie einbauen können.

Jennifer Gatzke bietet Führungen zu unterschiedlichen ökologischen Themen an. E-Mail: jenny-gatzke@t-online.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare