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Bundesliga-Aufstieg dank Facebook

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Schachbrett (Symbolbild)
Schachbrett (Symbolbild) © afp

Die Frauen der Friedberger Schachfreunde spielen in der 2. Bundesliga mit. Verantwortlich dafür sind Spielerinnen, die der Verein über das soziale Netzwerk Facebook gewinnen konnte.

Von Jana Tempelmeyer

Eine kurze Anfrage über das soziale Netzwerk Facebook und schon ist ein siebenköpfiges Schachteam zusammengestellt – so scheinbar unkompliziert lief die Rekrutierung für die Damenmannschaft des Friedberger Vereins „Schachfreunde von 1891“. Seit Juni spielen die Damen in der 2. Bundesliga.

Der Aufstieg ging recht schnell, nur fehlte es an guten Spielerinnen. Woher nehmen? Einige Frauen wurden einfach „bei Facebook gecastet“, berichtet Martin Herwig-Päutz, zweiter Vorsitzender des Vereins. „Es musste schnell gehen“, sagt er. Das Problem bei der Suche war, dass die meisten guten Spielerinnen tief in ihren Vereinen verwurzelt sind. Deshalb fragte Herwig-Päutz über Bekannte und die Internetplattform bei Nationalspielerinnen aus Osteuropa an. So konnte er schnell mehrere internationale Meisterinnen für sein Team gewinnen.

Die Osteuropäerinnen habe man aber nicht aus Kostengründen angeworben, beteuert der Friedberger Schachfreund. Die Anfahrtskosten seien bei In- und Ausländerinnen etwa gleich. Billigflüge machten dies möglich. Lediglich sieben Spieltage pro Jahr gibt es in der 2. Schachliga. Drei sind bereits erfolgreich verlaufen – die Friedberger Mannschaft führt die Tabelle im Moment mit 6:0 Punkten an.

Den Aufstieg im Blick

Rein rechnerisch könnte der Aufstieg in die 1. Bundesliga schon an den Heimspieltagen am kommenden Wochenende, 3. und 4. Dezember, gesichert werden. Doch Martin Herwig-Päutz bleibt eher skeptisch: „Da müssten die anderen Mannschaften alle verlieren beziehungsweise nicht erscheinen.“ Das Verlieren geht beim Schach ohnehin schneller als gedacht: Verspätet sich eine Mannschaft um mehr als eine halbe Stunde, gilt die Partie als verloren. Herwig-Päutz glaubt allerdings, dass sich an den letzten Spieltagen im Februar entscheiden wird, ob die Mannschaft stark genug ist, um in die höchste Wettbewerbsklasse zu gelangen.

Eigene Trainingsräume hat der Verein zur Zeit nicht. Für wichtige Termine wird der Konferenzraum in der Friedberger Stadthalle genutzt. Ihre Turniere tragen die Aktiven in der Cafeteria der Adolf-Reichwein-Schule aus. Im Gegenzug will der Verein in Zukunft Schulschach-AGs anbieten. „Expandieren in alle Richtung“ sei das Ziel. So könne man auch Nachwuchstalente gewinnen.

Herwig-Päutz ist seit Mai Vorstandsmitglied und hat mit seiner Kandidatur frischen Wind in den Verein gebracht: eine eigene Homepage wurde gestaltet, außerdem habe man das Ziel, den Schach in der Region zu fördern. Schach sei sehr gefragt, glaubt er, aber viele Spieler wüssten nicht, dass es die Organisation im Verein gäbe. Mittlerweile kamen aber auch schon die ersten Anfragen von deutschen Spielern, was Herwig-Päutz umso mehr freut. In Zukunft will man so richtig durchstarten. Mittelfristiges Ziel sei auf jeden Fall der Aufstieg in die 1. Bundesliga.

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