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Karben

Bürgerinitiative in Feierlaune

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Der Spatenstich für die Nordumgehung Groß-Karbens ist vollzogen. Ziel der Umgehungsstraße: 70 Prozent weniger Durchgangsverkehr.

"Die Wetterau ist eine Umgehungsstraße“, spottete einst der Bad Nauheimer Literat Andreas Maier, und seit gestern trifft das noch mehr zu. Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) vollzog den ersten Spatenstich für die Nordumgehung Groß-Karbens. Der Landespolitiker versprach mit dem Bau der 3,2 Kilometer langen Strecke eine Verkehrsentlastung für Groß-Karben von bis zu 70 Prozent.

Harald Ruhl, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Nordumgehung, strahlte vor Glück. Das Protestschild von vor seinem Haus hatte der 59-Jährige mitgebracht und um den aufgeklebten Hinweis „Endlich geht’s los“ erweitert. Ruhl und einige andere der etwa einhundert Gäste ließen sich in heiterer Laune mit der Tafel fotografieren, als handele es sich um eine Touristenattraktion.

„Dies ist ein historischer Tag für die Stadt Karben“, erklärte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) dem Publikum. Gallig merkte er an: „Über vier Jahrzehnte Planung, das gibt es nur in Deutschland.“ Die neue Straße bedeute nicht nur eine Entlastung für Groß-Karben, sondern ermögliche nunmehr auch die Entwicklung des Stadtzentrums.

Verkehrsminister Rentsch sprach von einer künftigen Verbesserung der Lebensqualität und Sicherheit vor allem in der bislang stark befahrenen, verwinkelten und teilweise engen Bahnhofsstraße. Rentsch befand außerdem, die Nordumgehung sei „der beste Umweltschutz, den wir machen können“. Dass die Nordquerung eine Folge der Bundesstraße 3a bei Bad Vilbel ist, daran erinnerte der dort beheimatete hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Der Bau der neuen Straße stieß auch bei ihm auf alles andere als auf Kritik. Mit dem Verkehrsweg ergebe sich nicht zuletzt die Chance, dass weitere Unternehmen ihren Sitz in die Wetterau verlagerten, lobte er.

Positiv hob Landrat Joachim Arnold (SPD) das kräftige Agieren der beiden Bürgerinitiativen – eine pro, eine kontra – hervor. Beiden Gruppierungen danke er. „Mit dem Zusammenspiel beider Bürgerinitiativen ist eine optimale Lösung entstanden.“ Anrainer der neuen Straße übten auf die Stadt juristischen Druck aus – obwohl mit dem Planfeststellungsbeschluss de facto Baurecht vorlag. Nach einem Zugeständnis der Stadt, mit mehr als dem zuvor geplanten Lärmschutz und einer 25 Jahre währenden Bebauungssperre für die Fläche zwischen Nordumgehung und Randbebauung von Groß-Karben, zogen die Gegner ihre Klageschrift zurück.

Die Brücken über Nidda und Bahnstrecke werden in diesem Jahr zu den ersten Bauwerken gehören. Im Februar sollen das im Wege stehende Gehölz gerodet und Versorgungsleitungen verlegt werden. Danach fängt die Arbeit der Archäologen an. Ab Ende 2016 soll der Verkehr über die Umgehungsstraße rollen.

Rahn versprach darauf zu achten, dass der Termin eingehalten wird – auch in finanzieller Hinsicht. Die Stadt schießt nämlich den Landesanteil von 14,6 Millionen Euro vor, was derzeit in Hessen einmalig seien soll. Ohne dies wäre der Bau vermutlich um Jahre verzögert worden. Der Wetteraukreis beteiligt sich wegen des Umbaus der Kreisstraße mit 1,7 Millionen Euro an dem Projekt.

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