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Bürgerhaus in Wallernhausen wird Unterkunft

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Da die Unterbringungskapazitäten für Geflüchtete kreisweit trotz großer Anstrengungen größtenteils erschöpft seien, bereite der Wetteraukreis nach der Waldsporthalle in Altenstadt-Oberau nun auch das Bürgerhaus in Nidda-Wallernhausen als Unterkunft für Geflüchtete vor, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Voraussichtlich ab Mitte Dezember werden dann laut Kreis 38 Geflüchtete dort Obdach finden.

Das Bürgerhaus in der Ranstädter Straße im Stadtteil Wallernhausen verfügt über einen 223 Quadratmeter großen Saal und einen weiteren, 50 Quadratmeter großen Raum. Mit einer Vorlaufzeit von wenigen Wochen wird das Gebäude derzeit für die Unterbringung von Geflüchteten hergerichtet. Dazu gehört die Ausstattung mit den dafür notwendigen Betten, Spinden und Raumteilern. Im Außenbereich der Halle werden Sanitär- und Kochcontainer aufgestellt. Die Geflüchteten werden sozialarbeiterisch betreut. Landrat Jan Weckler bedankt sich bei Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard für die Bereitstellung des Bürgerhauses.

Der Landrat und der Bürgermeister betonen: „Die Belegung von Gemeinbedarfsflächen wie Turnhallen und Bürgerhäusern ist immer die letzte Option. Doch leider stehen die Landkreise und Kommunen bei der Unterbringung von Geflüchteten bundesweit mit dem Rücken zur Wand. Es ist sehr bedauerlich, dass deshalb viele Vereine und Ehrenamtliche nun landauf, landab erneut Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.“

Die Kreisspitze und die 25 Wetterauer Kommunen hatten zuvor gemeinsam entschieden, dass bei der Zuweisung die aktuelle Verteilung der Geflüchteten in den jeweiligen Städten und Gemeinden berücksichtigt werde, heißt es weiter vonseiten des Kreises. „Einige Kommunen verzeichnen ein Aufnahmedefizit, haben also in der Vergangenheit proportional weniger Geflüchtete aufgenommen als andere Kommunen. Dazu gehört unter anderem Nidda, weshalb hier nun eines der insgesamt 16 städtischen Bürgerhäuser für die Unterbringung hergerichtet wird.“

Von Januar bis September wurden nach Angaben des Kreises bereits über 4350 geflüchtete Menschen im Wetteraukreis aufgenommen. Nach aktuellen Prognosen, die auf der Zuweisungsquote im vierten Quartal basieren, werden es bis Jahresende etwa 5360 sein. Wöchentlich kommen mehr als 60 Geflüchtete aus weltweiten Krisengebieten hinzu. „Im Vergleich zur sogenannten ‘Flüchtlingskrise’ im Jahr 2015 ist das eine Verdopplung: Damals wurden insgesamt 2506 Personen aufgenommen. Im Vergleich zu 2021 haben sich die Zahlen sogar verneunfacht“, informiert der Kreis. Allein 2022 habe der Kreis über 900 zusätzliche Plätze für Geflüchtete geschaffen, viele weitere kämen im ersten und im zweiten Quartal 2023 hinzu.

Weder auf dem Wohnungsmarkt noch in kreiseigenen Liegenschaften gebe es weitere Möglichkeiten, die auch kurzfristig zur Verfügung stünden. „Aufgrund der dramatisch steigenden Zuweisungszahlen von Land und Bund hat der Kreisausschuss bereits Mitte Oktober auch formal festgestellt, dass sich der Kreis in einer ‘Notsituation’ befindet.“ red

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