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Die Polizei lädt hunderte Frauen aus Büdingen zu einem freiwilligen Speicheltest. Dadurch könnte die Mutter eines toten Babys gefunden werden.
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Die Polizei lädt hunderte Frauen aus Büdingen zu einem freiwilligen Speicheltest. Dadurch könnte die Mutter eines toten Babys gefunden werden. Die Resonanz ist „erfreulich“. (Symbolbild)

„Sabrina“

Polizei sucht nach Mutter von totem Baby: Polizei zieht nach DNA-Reihentest erste Bilanz

  • VonFlorian Dörr
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  • Sebastian Richter
    Sebastian Richter
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Seit über 20 Jahren fahndet die Polizei nach der Mutter eines Babys, das tot in Büdingen gefunden wurde. Ein Reihentest soll die Ermittlungen weiterbringen.

Update, 08.11.2021, 10.46 Uhr: Der Fall „Sabrina“ ist zwei inzwischen 22 Jahren ungelöst. Doch bei der Suche nach der Mutter des toten Babys erhoffen sich die Ermittler aus der Wetterau nun neue Erkenntnisse. Am vergangenen Wochenende fand in Büdingen ein groß angelegter DNA-Reihentest an.

Hintergrund: Auf Veranlassung von Wetterauer Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Gießen waren zuvor rund 600 Frauen ermittelt worden, die als mögliche Mutter des toten Babys in Betracht kommen könnten. Knapp 400 davon leben weiterhin in der Region. Sie erfüllten die zugrundeliegenden Kriterien: So stammten die weiblichen Probandinnen allesamt aus dem unmittelbaren Umkreis des damaligen Fundortes des toten Säuglings, dem die Ermittler den Namen „Sabrina“ gegeben hatten. Außerdem einte sie ihre Altersgruppe: Alle Frauen waren am 1. April 1999, dem Tage, an dem ein Spaziergänger in der Wetterauer Feldgemarkung zwischen Lorbach und Vonhausen den schrecklichen Fund gemacht hatte, zwischen 13 und 30 Jahre alt. Die entsprechenden Parameter hatte eine aufwendige Fallanalyse ergeben.

Fall „Sabrina“ aus der Wetterau: Aufwendiger Teil der Ermittlungen steht noch aus

Die Resonanz am vergangenen Wochenende (6. und 7.11.2021) in Büdingen war mit knapp über 75 Prozent „sehr erfreulich“, wie es bei der Polizei Wetterau heißt: 290 Freiwillige der insgesamt 384 dorthin eingeladenen Frauen hatten den Weg nach Lorbach zurückgelegt, um durch die Abgabe einer Vergleichsprobe die Ermittler bei ihrer Suche nach der leiblichen Mutter zu unterstützen.

Nun folgt der weitaus aufwendigere Teil für die Ermittler im Fall „Sabrina“ aus Büdingen: Nachdem auch entsprechende Proben der bereits verzogenen Frauen abgegeben wurden, gilt es, das gewonnene Material mit jenem des toten Mädchens zu vergleichen. Die entsprechende Auswertung werden Spezialisten des Instituts für Rechtsmedizin in Gießen übernehmen. Mit Ergebnissen rechnet man derzeit im ersten Quartal des nächsten Jahres.

Polizei sucht nach Mutter von totem Baby: Großer DNA-Test startet vielversprechend

Erstmeldung, 06.11.2021, 14.08 Uhr: Die Polizei sucht die Mutter eines toten Babys – und das schon seit 22 Jahren. Die Suche nach der Mutter führte die Ermittler zunächst nicht weiter. 2019 gelang es den Ermittlern dann eine vollständige DNA aus sichergestellten Leberzellen des Mädchens zu extrahieren. So kann ein breit angelegter Reihentest durchgeführt werden – und möglicherweise die Mutter des Kindes gefunden werden.

600 Frauen wurden dazu aufgefordert, an diesem Wochenende freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Die Probandinnen waren zur Zeit des Leichenfundes zwischen 13 und 30 Jahre alt und wohnten im Raum Büdingen, so die Polizei. 400 von ihnen leben auch 2021 noch in Büdingen und Umgebung, die restlichen 200 in anderen Städten und Regionen Deutschlands.

Suche nach „Sabrinas“ Mutter in Büdingen: Hunderte Frauen zu Speichelprobe eingeladen

Am Samstag (06.11.2021) begann der Reihentest in einer Mehrzweckhalle in Büdingen. „Die Zahl der Teilnehmerinnen lag bis zum Mittag im größeren zweistelligen Bereich“, teilte ein Sprecher der Polizei Friedberg mit. Mit der ersten Resonanz sei man insgesamt zufrieden, heißt es.

Wer nicht erscheine, mache sich nicht automatisch verdächtig, so ein Sprecher der Polizei mit Hinweis auf die Freiwilligkeit der Tests. Sollte die Mutter des Mädchens tatsächlich gefunden werden, heiße das aber „nicht automatisch, dass die Mutter von Sabrina diejenige gewesen sein muss, die das Mädchen dort abgelegt hat, beziehungsweise: die das Mädchen auf irgendeine Art und Weise getötet haben könnte“, so der Sprecher. Trotzdem versprechen sich die Ermittler über die Mutter weitere Erkenntnisse zu der Tat in Büdingen.

In Büdingen wird nach der Mutter eines toten Babys gesucht.

Büdingen: Speichelproben könnten entscheidenden Hinweis im Fall „Sabrina“ bringen

Die Ergebnisse der Speichelproben werden laut einer Polizeibroschüre anonymisiert an die Sachverständigen übergeben und mit der DNA des Babys verglichen. Zeigt sich keine Übereinstimmung, werden die Daten und Proben sofort vernichtet, heißt es weiter. Mit einem Ergebnis sei im Laufe des kommenden Jahres zu rechnen, erklärt die Staatsanwaltschaft.

Am 01. April 1999 fand ein Spaziergänger die Leiche des Babys an einem Feldweg bei Büdingen. Das tote Mädchen, das die Polizei später „Sabrina“ nannte, lag den Ermittlungen zufolge bereits einige Monate in dem Müllsack. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus, weitere Angaben wurden allerdings nicht gemacht, da es sich möglicherweiseum Täterwisssen handle. (spr/dpa)

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