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Symbolbild: Ein Mann hat seine Frau mit einem Hammer schwer verletzt. Deshalb stand er jetzt vor Gericht.

Dubiose "Erziehungsmaßnahmen"

Mann (80) verletzt seine Frau mit Hammer – weil sie ihm nichts zu Essen kochte

Ein 80-jähriger Rentner ist wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Er seine sechs Jahre jüngere Ehefrau durch Hammerschläge schwer verletzt – weil sie ihm nichts zu Essen kochte. 

Der Tatvorwurf wirkt aus Zeit und Kultur des 21. Jahrhunderts in Deutschland gefallen. "Es ist ja öfter vorgekommen, dass meine Frau mir kein Essen gekocht hat", beklagt der Senior sich gleich zu Beginn seiner Aussage vor dem Schöffengericht in Büdingen. Sie sei 40 Jahre lang Alkoholikerin gewesen. "Da musste ich viel über mich ergehen lassen." Offenbar sieht er sich und nicht seine schwer verletzte Frau als das Opfer an.

Bevor sich der Angeklagte zu dem Tatvorwurf äußert, den er unumwunden einräumt, breitet der Büdinger seinen Lebenslauf aus. Nach seiner Ausbildung bei der Bahn habe er "Vorsteher werden können in einem Bahnhof von der Größe wie Offenbach". Tatsächlich waren es aber nur kleine Bahnhöfe wie Altenstadt oder Eichen, für die er verantwortlich war. Immer wieder betont er die eigene Korrektheit, tadelt die Bahn oder Kollegen für Unzuverlässigkeit. Deshalb habe er die Beamtenlaufbahn aufgegeben. Nach Zwischenstationen und Weiterbildungen wird er Finanzierungsberater in einer Bankfiliale. Letzte Station ist ein Zoogeschäft.

Büdingen: 80-Jähriger zeichnet schlechtes Bild seiner Frau 

Obwohl er selbst kleinste Ereignisse aus diesen Jahren detailliert schildert, kommt seine Hochzeit gar nicht und seine Frau nur in einem Nebensatz vor. Erst auf Nachfrage von Richterin Barbara Lachmann bei Gericht in Büdingen erwähnt er, dass er 1963 geheiratet habe.

In krassem Widerspruch zur Darstellung der eigenen Korrektheit steht das Bild, das der Angeklagte von seiner Frau zeichnet. Schon Mitte der 70er Jahre habe seine Tochter gesagt: "Papa, die Mama ist manchmal so komisch." Mitte der 90er Jahre habe seine Frau nach einem Unfall mit vier Promille den Führerschein verloren.

Büdingen: Warum wurde seine Frau Alkoholikerin? – Sie passte nicht in sein Leben

Ab 2017 habe sie "alles übertroffen". Ständig sei seine Frau volltrunken gewesen. Dazu sei Inkontinenz gekommen. Ob sie ein Pflegefall gewesen sei, hakt Lachmann nach. "Sie konnte ja noch kochen, wennn sie wollte", verneint der Angeklagte vor Gericht in Büdingen. Warum er sich nicht getrennt habe, fragt die Richterin. "Wir haben uns vor einem katholischen Pfarrer versprochen, dass wir uns unterstützen, in guten wie in schlechten Zeiten", antwortet er. Durch seine Ausführungen lässt sich erahnen, wie die Situation eskalierte.

Eine Frau, die dem Alkohol verfallen war, passte nicht in sein Leben, in dem alles seine Ordnung haben musste. Warum sie Alkoholikerin wurde, darauf weiß er keine Antwort. Eine Ursache lässt sich anhand des Berichts eines Gerichtshelfers vermuten. Ihm erzählte die Frau von Gewalt ihres Mannes gegen sie und die Kinder. Dieser bestritt die Übergriffe nicht, erklärte sie aber als "Notwehr".

Verstörend: Mann schildert vor Gericht in Büdingen seine Tat sehr sachlich

Verstörend ist, wie sachlich der Angeklagte die Tat schildert. "Ich habe lange genug gewartet", erinnert er sich an die letzten Minuten, bevor er mit dem Hammer zugeschlagen hat. "Sie hat nichts zu essen gemacht", ist seine einzige Begründung. Mit der Hand habe er nicht schlagen wollen – aus Angst, sich zu verletzen. "Ich habe nur sacht zugeklopft", er habe sie nicht töten wollen.

Danach habe er den Kühlschrank durchsucht und sei schließlich in die Stadt gefahren, um etwas zu essen. Erst Stunden nach der Tat wird ein Krankenwagen gerufen. Rettungssanitäter und Polizei finden die Ehefrau im Bett liegend und mit stark blutenden Wunden am Kopf vor.

Mann verletzt Frau schwer mit Hammer: Richterin bescheinigt ihm Uneinsichtigkeit 

"Ihr Weltbild, dass die Frau an den Herd gehört, ist nicht mehr zeitgemäß", hält die Staatsanwältin in Büdingen dem Mann vor. "Wir haben in Deutschland kein Züchtigungsrecht." Sie beantragt ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Der Verteidiger wirbt um Verständnis für den Angeklagten. Als seine Frau nicht mehr funktioniert habe, "hat er die irre Idee aufgebracht, er müsse sie bestrafen". Er plädiert gegen Haft. "Ich sehe keinen Sinn, einen 80-Jährigen zu erziehen oder einzuknasten." 

Diesem Antrag folgt das Gericht: Es setzt die Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur Bewährung aus, vor allem, weil der Angeklagte nicht vorbestraft ist. Dazu muss er 1500 Euro an den Frauen-Notruf Wetterau zahlen. "Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie das bis heute verstanden haben", bescheinigt die Richterin ihm Uneinsichtigkeit. Das bestätigt der Angeklagte in seiner Reaktion auf das Bußgeld: "Da wird schon ein bisschen viel von mir verlangt."

Von Oliver Potengowski

In Limburg an der Lahn kam es kürzlich zu einer furchtbaren Tat. Ein Mann überfuhr seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit einem Auto, schlug anschließend mit einer Axt auf sie ein. 

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