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Ermittlung gegen Verwalter

Es brodelt im Quellenhof

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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In der Seniorenwohnanlage Quellenhof hängt der Haussegen schief – zumindest für die Bewohner, die sich für viel Geld in die Immobilie eingekauft haben.

Gegen den einstigen Verwalter ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen Untreue, und die Johanniter-Unfallhilfe, die seit der Inbetriebnahme des Hauses für das einst angepriesene „Rundum-sorglos-Paket“ verantwortlich ist, will ihre Präsenz künftig anders vergütet wissen.

Zwei Bewohner der Seniorenwohnanlage waren mit den Problemen an die Öffentlichkeit gegangen. Seit zwei Jahren wird gegen den früheren Hausverwalter ermittelt, das bestätigte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu, Pressesprecherin der Anklagebehörde in Frankfurt. Der Beschuldigte soll Einzahlungen der Eigentümergemeinschaft einbehalten und mit Handwerksbetrieben Preisabsprachen vorgenommen haben. Eine Baudekoraktions- und eine Lüftungstechnikfirma seien bereits zu Geldstrafen von bis zu 9000 Euro verurteilt worden.

Die Schadenssumme sei noch nicht endgültig erfasst worden, so Möller-Scheu. Dies liege auch daran, dass die ermittelnde Staatsanwältin länger erkrankt sei. Eine Anklageerhebung habe es deshalb noch nicht gegeben.

Auch bei der Tages- und Kurzzeitpflege gibt es Probleme im Ende der 90er Jahre eröffneten Komplex, der aus drei Häusern mit 219 Wohnungen besteht. Das einst von der Bauherrin, der Süba, und der Johanniter-Unfallhilfe unterzeichnete Konzept für ein betreutes Wohnen hat sich in den vergangenen Jahren etwas aufgelöst.

„Als die Süba anfing, die Wohnungen als Renditeobjekte zu veräußern, begannen die Probleme“, berichtet Günther Lohre, Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Johanniter-Unfallhilfe, der FR. Die Mieter der Altenwohnungen hätten sich an den Betreuungsvertrag nicht gebunden gefühlt und andere Dienstleister bestellt. „Für uns entstand damit eine finanzielle Schieflage. Trotz der Anfangsverluste von rund 100000 Euro im Jahr halten wir die vertraglichen Leistungen bis heute ein“, sagt Lohre.

Allerdings musste um die Verluste zu bremsen die hauseigene Pflegestation aufgegeben werden. Die Unfallhilfe bietet nunmehr Kurzzeitpflege in Häusern in Frankfurt und Bad Nauheim. Im Quellenhof geblieben sind nur die Sozialstation und der Hausnotruf. Und seit Kurzem das DRK als Mitbewerber, so Lohre.

„Wir sind derzeit im Gespräch, vor Ablauf des Vertrages im Jahr 2016 die Vereinbarung zu ändern“, sagt Günther Lohre. Künftig sollen die Johanniter nach „erbrachter Leistung“ bezahlt werden, das sei günstiger. Die einstige Pauschale habe sich ob der Entwicklung inzwischen halbiert.

Unsicherheit ob des betreuten Wohnens sei jedoch nicht angebracht, erklärte ein Bewohner der FR. Manche Mieter wollten eben nicht die 58 Euro im Monat bezahlen oder hätten bereits ihren Altenpflegedienst.

Was den Mann jedoch mächtig ärgert, ist die jetzt bekannt gewordene Schließung des Kiosks. „Seit der Tengelmann zu ist, haben wir nur noch das Lädchen im Quellenhof“, sagt der Mann. Nach seinen Informationen wird der Akzente-Verein im Sommer dort ein Büro einrichten. Vereinsvorsitzender Ernst Busemann sagte der FR, der Süba-Konkursverwalter habe Akzente den Kiosk als Büro zum Kauf angeboten. Alles Weitere sei „Privatgeschichte des Akzente-Vereins“, so Busemann.

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