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Joachim Brendel im Dezember 2012.
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Joachim Brendel im Dezember 2012.

Bad Vilbel

Brendel tritt zurück

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Joachim Brendel, der bisherige Radverkehrsbeauftragter der Stadt, tritt zurück. Er wirft dem Magistrat Desinteresse an radverkehrspolitischen Themen vor.

Der städtische Beauftragte für den Radverkehr, Joachim Brendel, ist Ende August von seinem Amt zurückgetreten. Grund dafür ist seine Enttäuschung über die Kommunikation mit dem Magistrat. „Ich bin nicht bereit, mich als Alibi-Radverkehrsbeauftragter vor einen Karren spannen zu lassen, der offensichtlich in die falsche Richtung fährt“, sagte er der Frankfurter Rundschau gestern. Öffentlich bekannt gegeben hat er seinen Rücktritt bisher nicht. Er hat ihn lediglich dem Magistrat am 25. August schriftlich mitgeteilt.

Dem Magistrat wirft Brendel Desinteresse an radverkehrspolitischen Themen und Überheblichkeit in seinen Entscheidungen vor. „Der Magistrat ist so arrogant, dass er nicht mal zuhört und dann trotzdem meint alles besser zu wissen“, moniert Brendel. Eigentlich soll der Radverkehrsbeauftragte den städtischen Gremien mit seiner Expertise beratend zur Seite stehen. Vom Magistrat aber habe er auf seine Vorschläge meist nicht einmal eine Rückmeldung bekommen, moniert Brendel.

Schon Mitte August waren die Verwerfungen zwischen Brendel und dem Magistrat öffentlich geworden. Auslöser dafür waren Verlautbarungen des Magistrats im wöchentlichen Werbeblatt Bad Vilbeler Anzeiger. In der Rubrik „Der direkte Draht“, die Stadtrat Klaus Minkel (CDU) „Magistratskolumne“ nennt, hatte sich der Magistrat am 5. August in einem polemischen Ton mit der Situation der Radfahrer in Bad Vilbel auseinandersetzt.

Darauf hatte Brendel mit einem dreiseitigen offenen Brief geantwortet, den Stadtrat Jörg Frank (CDU) mit einem offenen Brief gekontert hatte. Darin hieß es unter anderem: „Die Tatsache aber, dass der Radverkehrsbeauftragte Dr. Brendel einstimmig vom Parlament in sein Amt gewählt wurde und dass es regelmäßige Jour-Fix mit dem Tiefbauamt und der Straßenverkehrsbehörde gibt, beweist, dass die Belange der Radlerinnen und Radler in unserer Stadt sehr ernst genommen werden und der Radverkehr insgesamt gefördert werden soll.“ Doch genau diesen Satz moniert Brendel nun vehement.

„Die Tatsache, dass ich einstimmig gewählt worden bin, beweist überhaupt nichts“, sagt Brendel. „Höchstens, dass man einen Alibi-Radverkehrsbeauftragten ins Schaufenster stellt“. Obwohl er beruflich und privat enorm eingespannt sei, habe er sich Zeit für das Amt genommen, „weil es mir wichtig war“. Doch in den drei Jahren, die er das Amt innehatte, habe er „trotz viel Mühe wenig bewegen können“.

„Ich habe versucht, etwas dafür zu tun, um das Gegeneinander in ein gemeinsames Verständnis zu wandeln“, sagte er der gestern. Das allerdings sei gescheitert. „Ich möchte Sacharbeit machen“, betont er. Auf Diskussionen wie die, die durch die Kolumnen losgetreten würden, habe er allerdings „keine Lust“. Daher werde er sich nun über den Radfahrerverband ADFC, dessen verkehrspolitischer Sprecher er in Bad Vilbel ist, für den Radverkehr stark machen.

Im Magistrat ist über Brendels Rücktritt dem Vernehmen nach noch nicht diskutiert worden. Laut Brendel hat sich nur Magistratsmitglied Udo Landgrebe (SPD) ihm gegenüber geäußert. Landgrebe habe in einem Schreiben sein Bedauern über den Rücktritt ausgedrückt.

Zudem habe er sich von dem Inhalt in der Kolumne distanziert, den er als „nicht tolerabel“ bezeichnet habe. Das Amt des Radverkehrsbeauftragten war 2012 auf Vorschlag der SPD eingerichtet worden.

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