Friedberg

Brände in der Wetterau verhindern

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Experten prüfen in der Wetterau turnusmäßig 2900 Gebäude - darunter Hochhäuser, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Industriegebäude.

Seit dem Brand des Grenfell Towers in London 2017, bei dem 71 Menschen ums Leben kamen, ist eine wichtige Aufgabe der Feuerwehr ins Blickfeld gerückt: der vorbeugende Brandschutz.

Der Wetterauer Kreisbrandinspektor Lars Henrich ist im Kreisgebiet unterwegs, oft zusammen mit Kollegen aus dem Fachdienst Bauordnung, um den Brandschutz in Gebäuden zu prüfen. „Gefahrverhütungsschauen sollen sensible Objekte auf mögliche Gefahrenquellen untersuchen“, erklärt er. Beispielsweise die rund 20 Hochhäuser, die es vor allem in Bad Vilbel, Karben, Bad Nauheim und Butzbach gibt. Dazu gehörten aber auch Gebäude zwischen 13 und 22 Metern Höhe, die die Reichweite der Drehleitern der Feuerwehren überschreiten.

„Wir haben einen detaillierten Prüfkatalog, der penibel abgearbeitet wird.“ Dazu zählen Fragen wie: Sind die Rettungswege beschildert? Funktionieren die Brandmeldeanlagen, Wandhydranten, Lüftungstechnik, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen?

Die Anforderungen an den Brandschutz in Deutschland seien hoch, aber nicht höher als im europäischen Ausland. „Wir prüfen für jedes Gebäude, ob diese Schutzziele eingehalten werden“, sagt der Kreisbrandinspektor.

Wie sinnvoll ein vorbeugender Brandschutz ist, belege ein Blick in die Statistik. Anfang der 2000er Jahre seien noch rund 500 Menschen im Jahr durch Rauch, Feuer und Flammen ums Leben gekommen. In den vergangenen Jahren sei die Zahl auf rund 300 gesunken.

Die fünf Mitarbeiter im Bereich vorbeugender Brandschutz haben viel zu tun. Insgesamt gibt es im Kreis 2900 Objekte, die im Fünf-Jahres-Turnus überprüft werden müssen – neben Hochhäusern und Gebäuden mit einer Höhe von mehr als 13 Metern gehören dazu Industriegebäude, Altenheime, Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Kurkliniken, Versammlungsstätten, Bürogebäude und auch öffentlich genutzte, unter Denkmalschutz stehende Gebäude.

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