Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wetterau

Betriebe suchen händeringend

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
    schließen

Besonders Betriebe, die durch die Energiewende gefordert sind, suchen qualifiziertes Personal. Mit einer speziellen Ausrichtung in dem Förderprogramm Qualifizierungsoffensive Wetterau will die Wirtschaftsförderung nun ungelernte Arbeitnehmer ins Visier nehmen.

Der Bedarf ist da. „Ein Riesenbedarf“ sogar, meint der Inhaber eines Bad Vilbeler Heizungsbauunternehmens. Aber sonst will er – ebenso wenig wie vier weitere Betriebe aus der Heizungs- und Sanitärbranche in Bad Vilbel – keine Auskunft geben, ob er genügend Fachkräfte findet. Dabei ist sein Metier laut der Agentur für Arbeit in Gießen eines von vielen, in dem qualifiziertes Personal fehlt.

Verschärfend kommt im Heizungsbau laut Kreishandwerkschaft die Energiewende hinzu. In den Gewerken, die damit zu tun haben, falle es den Arbeitgebern schwer, die Stellen zu besetzen. „Wir sind händeringend auf der Suche nach drei bis vier Mitarbeitern, Heizungsbaumonteure“, sagt Andreas Weber, Geschäftsführer von TK-Solar in Niddatal mit 25 Mitarbeitern.

Seit einem halben Jahr versuche seine Firma, die Stellen zu besetzen. Bewerben könne sich jeder Heizungsbaumonteur, Zusatzqualifikationen seien nicht notwendig. Gerade sei ein neuer Mitarbeiter aus den neuen Bundesländern hergezogen. „Den haben wir aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis.“ Nicht ein höheres Gehalt sei für den Monteur ausschlaggebend gewesen, sondern die Arbeit in einem Unternehmen mit Perspektiven. TK-Solar gebe es seit 18 Jahren.

Bei der Suche nach Personal setzt der Chef lieber auf die eigene Akquise denn auf die Agentur für Arbeit. Die habe bisher keine Fachkräfte vermitteln können. Deshalb habe er offene Stellen nicht bei der Agentur gemeldet.

Ein Grund, weshalb es von der Arbeitsagentur keine aussagekräftigen Zahlen über das Ausmaß des Fachkräftebedarfs gibt: TK-Solar ist nicht der einzige Arbeitgeber, der seine offenen Stellen nicht meldet. Agentur-Sprecher Johannes Paul betont, dass es nicht immer an qualifizierten Bewerbern mangele, wenn ein Arbeitgeber seine Stellen nicht besetzen könne. „Wenn ein Arbeitgeber mehr zahlt, wird er auch seine Fachkraft bekommen.“

Seit Jahresbeginn gibt es in dem Förderprogramm Qualifizierungsoffensive Wetterau den Schwerpunkt Nachqualifizierung. „Man hat jetzt erkannt, dass es auch ein hohes Potenzial an ungelernten Kräften gibt“, sagt Cornelia Dörr, Bildungscoach bei der Wirtschaftsförderung Wetterau (Wfg). Die Wfg ist im Kreis der Projektträger der Qualifizierungsoffensive.

Mit dem neuen Schwerpunkt können beispielsweise ungelernte Lagerarbeiter einen qualifizierten Berufsabschluss nachholen. Dafür gibt es dann Geld aus dem Programm vom Land und aus dem Europäischen Sozialfonds. Flüchtlinge könnten auf diesem Weg auch einen Abschluss machen, sagt Dörr.

Flexiblere Arbeitszeiten

Potenzial sieht Dörr auch in den Bevölkerungsgruppen Menschen mit Schwerbehinderung und Migrationshintergrund, Berufsrückkehrern und der sogenannten stillen Reserve – Menschen, die nicht arbeitslos gemeldet sind und trotzdem nicht arbeiten, zum Beispiel pflegende Angehörige. Hier seien die Arbeitgeber gefragt, zum Beispiel indem sie flexiblere Arbeitszeitmodelle einrichteten.

Die IHK Gießen Friedberg sammelt derzeit Daten für den Fachkräftemonitor, ein Online-Portal der IHK Hessen (siehe Infokasten). Im März soll auch die Wetterau dort abgebildet sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare