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Bernius gibt den Takt an

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Christoph Bernius  (37) ist  neuer Dirigent des Bad Vilbeler Stadtorchesters und Informatiker.
Christoph Bernius (37) ist neuer Dirigent des Bad Vilbeler Stadtorchesters und Informatiker. © privat

Stadtkapelle hat einen neuen Dirigenten

Von Jana Tempelmeyer

Seit zwanzig Jahren ist Christoph Bernius bereits Dirigent. Wer jetzt glaubt, er müsse deutlich über 40 Jahre alt sein, um auf eine dermaßen beachtliche Anzahl von Berufsjahren zu kommen, täuscht sich gewaltig: 37 Jahre jung ist er und blickt schon auf einen großen Erfahrungsschatz zurück. Ab sofort führt Bernius das Hauptorchester der Vilbeler Stadtkapelle. Er löst Thomas Mohr ab, der 16 Jahre Herr des Taktstocks in Bad Vilbel war.

Aufgewachsen ist Bernius in Baden-Württemberg, in der Nähe von Tübingen. Er glaubt, dass in den ländlichen Regionen „Musik einen ganz anderen Stellenwert hat“. Mit sechs Jahren hat er Blockflöte spielen gelernt, hinzu kamen Klarinette, Saxofon, Klavier und Schlagzeug. Bernius ist mehrfacher Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Beruflich wollte er jedoch nichts mit Musik machen, weil Musik für ihn etwas sehr Emotionales ist. „Lieber ein guter Amateur als ein Profi, der Musik nach Dienst macht“, hat er sich gedacht und Informatik studiert.

15 Jahre lang war Bernius Dirigent beim Hauptorchester in Babenhausen, in der Nähe von Aschaffenburg. Nebenbei hat er noch drei weitere Orchester geleitet, zum Beispiel in Dietzenbach. Vor vier Jahren ging es dann aus beruflichen und privaten Gründen nach Bad Vilbel. Anfang des Jahres las er in einer Fachzeitschrift, dass die Stadtkapelle Bad Vilbel einen Nachfolger für Thomas Mohr suche.

Da hat er nicht lange gezögert und sich beworben. Insgesamt habe es ungefähr zehn Bewerber gegeben, schätzt Bernius. Die besten vier wurden zum Vordirigieren nach Vilbel eingeladen. Am Schluss machte der 37-Jährige das Rennen. Der Gewinner glaubt, dass verschiedene Komponenten dafür gesorgt hätten, dass letztendlich die Wahl auf ihn gefallen sei. Sein Plus: „Die Mischung aus Erfahrung und trotzdem das junge Alter,“ weiß Bernius um seine Vorzüge.

Er stehe für „Innovation, Leistung und Fortschritt“ und habe es sich zur Herzensangelegenheit gemacht, das Orchester weiterzubringen. Da denke er besonders an Leistungsfähigkeit und Präzision, auf diesen Ebenen seien immer Entwicklungen möglich. Obwohl, wie er neidfrei zugibt, das Orchester bereits auf einem guten Niveau sei.

Dieses Lob geht an seinen Vorgänger Thomas Mohr, der am morgigen Sonntag das letzte Mal das Herbstkonzert dirigieren wird. Dann wird auch Christoph Bernius der Öffentlichkeit präsentiert und übernimmt sofort das Ruder.

Bernius sieht den Wechsel als „guten Zeitpunkt des Umbruchs“ an und hofft, in Zukunft neue Musiker für die Stadtkapelle zu gewinnen. Er freut sich darauf, „die Musikszene in Bad Vilbel kennzulernen“ und kann sich auch gut Kooperationen mit der Musikschule bei der Ausbildung vorstellen.

Beim Herbstkonzert der Vilbeler Stadtkapelle am Sonntag, 25. September, wird Thomas Mohr verabschiedet und Christoph Bernius als neuer Dirigent vorgestellt. Das Konzert beginnt um 15 Uhr im Kurhaus Bad Vilbel.

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