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Hans-Joachim Prassel (links, hier mit Richard) war Personalrat und Schwerbehinderten-Vertreter beim Hessischen Rundfunk.
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Hans-Joachim Prassel (links, hier mit Richard) war Personalrat und Schwerbehinderten-Vertreter beim Hessischen Rundfunk.

Bad Vilbel

Behinderte Menschen nutzen Beratung

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Er ist der erste seiner Art in der Wetterau. Im September will Bad Vilbels Behindertenbeauftragter seinen ersten Bericht vorlegen. Der zeigt: Er hat genug zu tun.

Die meisten Menschen, die in Hans-Joachim Prassels Sprechstunde kommen, fragen nach einer Vorschrift: Ab welchem Grad der Behinderung (GdB) darf ich als Schwerbehinderter mein Auto auf einen Behindertenparkplatz stellen? Prassel, den die Stadtverordneten im April 2016 zum ersten ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Bad Vilbels wählten, weiß Bescheid. Er selbst darf es. Seit einem Unfall 1984 ist Prassel querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Nur wer eine „außergewöhnliche Gehbehinderung“ hat und wessen GdB mindestens 80 beträgt, hat normalerweise das Recht, die Parkplätze zu nutzen.

Außerdem kämen viele Fragen zu Vergünstigungen im ÖPNV, zur Steuerminderung, dem barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung und zur Pflege. Insgesamt 168 Beratungsgespräche hat Prassel von Mai 2016 bis Juli 2017 geführt – während seiner Sprechstunden im Rathaus, die zweimal im Monat stattfinden, an anderen Treffpunkten und am Telefon. Am 5. September will der 60-Jährige seinen ersten Bericht vorlegen.

Im ersten Jahr habe er sich dafür entschieden, den Schwerpunkt auf die persönliche Beratung von behinderten Menschen zu setzen. Die Mitwirkung bei kommunalpolitischen Projekten habe er hintangestellt, sagt Prassel. Dennoch hätten er und Baudezernent Sebastian Wysocki (CDU) vereinbart, dass es in künftigen Neubaugebieten nur noch abgesenkte Bordsteine von minimaler Höhe geben dürfe. Einmal im Monat treffen sich Prassel und Wysocki, um relevante Themen zu besprechen. Prassel arbeitete an den Plänen für den barrierefreien Umbau von fünf Bushaltestellen in der Stadt mit, der 2018 realisiert werden soll. An den neuen Regeln für die Nutzung öffentlicher Plätze und Straßen war er ebenfalls beteiligt. Man könnte die Aufzählung noch um einige Punkte fortsetzen.

Die Stellung und die Aufgaben des Behindertenbeauftragten regelt die Stadt in einer Satzung. Demnach soll sich der für fünf Jahre gewählte Amtsinhaber dafür einsetzen, „dass gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen werden, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens“. Es ist an ihm, Bauherren zu beraten und die Interessen behinderter Menschen in verkehrspolitische Diskussionen einzubringen. Der Beauftragte soll Menschen mit Behinderung dabei unterstützen, an Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten teilzunehmen. Er berät Magistrat, Parlament und Ausschüsse. Dafür erhält er im Monat eine Aufwandsentschädigung von 260 Euro.

Auch andere hessische Kommunen haben einen Behindertenbeauftragten, zum Teil sogar einen hauptamtlichen. In der Wetterau gibt es noch kein vergleichbares Amt. Der Vorsitzende des Wetterauer Behindertenbeirats, Georg Wegner, meint, alle Kommunen sollten ernsthaft prüfen, ob sie so ein Amt nicht gebrauchen könnten. Kleine Gemeinden könnten sich zusammentun und einen gemeinsamen Behindertenbeauftragten ernennen.

In Bad Vilbel, sagt Prassel, gebe es den Bedarf für dieses Amt allemal. Bei den Großprojekten Erlebnisbad und Kurhaus-Umbau sei die Barrierefreiheit eine wichtige Frage. Bei Letzterem habe er keine grundsätzlichen Bedenken.

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