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Wetterau Inklusion

Behinderte Menschen ausbilden

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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An der Beruflichen Schule in Bad Nauheim können behinderte Menschen den theoretischen Teil der Ausbildung zum Verkäufer machen. Die Schule kooperiert mit der Behindertenhilfe Wetterau, in deren Schulkiosken die Azubis das praktische Handwerk des Verkaufens erlernen.

Die erste Prüfung haben sie hinter sich. Bestanden haben sie alle fünf. Sie, das sind behinderte Menschen, die in den Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim den theoretischen Teil der Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer machen. Die Schule kooperiert dabei mit der Behindertenhilfe Wetterau (BHW), in deren Schulkiosken die Azubis das praktische Handwerk des Verkaufens lernen.

„Alle Teilnehmer haben eine leichte geistige Behinderung“, sagt Catherine Lötsch, Abteilungsleiterin für Praktisch Bildbare an der Berufsschule. „Die Ausbildung hat sieben Module, jedes Modul schließt mit einer Prüfung ab.“ Betriebs- und Verhaltenskunde war der erste Baustein, er dauerte sechs Wochen. Jetzt ist Hygiene und Umweltschutz dran, das Thema ist für zwölf Wochen angesetzt.

Das Ziel ist hoch gesteckt. Zum einen geht es darum, dass die behinderten Menschen die zweijährige Ausbildung schaffen. Eine Frau ist schon abgesprungen. „Das war letztendlich zu viel“, sagt Bettina Kopp, Berufsbildungs-Leiterin beim BHW. „Den praktischen Teil hat sie gut gemacht, aber der theoretische Teil hat sie einfach überfordert.“

Zertifiziert von der IHK

Zum anderen geht es darum, nach der Ausbildung einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz außerhalb der Behindertenwerkstätten zu finden. Diese Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt ist nicht erst seit dem Start des Kooperations-Projekts Aufgabe der Behindertenhilfe. „In 2013 haben wir zwei Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt, das ist ganz großartig für uns“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Eva Reichert aus der Geschäftsstelle in Nidda. Insgesamt seien 25 behinderte Menschen außerhalb des BHW im Einsatz. Eine Fachkraft berufliche Integration hilft bei der Praktika- und Stellensuche.

Zurück nach Bad Nauheim. An der Beruflichen Schule lernen die angehenden Verkäufer immer donnerstags in einer separaten Klasse. Dort bekämen sie besonders intensiven Unterricht, sagt Studiendirektorin Lötsch. Im gemeinsamen Unterricht sie die Belastung zu groß.

Zwar hat die Ausbildung gerade erst angefangen. Trotzdem denkt Lötsch schon an den Abschluss. „Es wäre eine Riesenhilfe, wenn Arbeitgeber bereit wären, die Leute einzustellen“, sagt sie.

Alle Teilnehmer erhalten Abschlusszeugnisse und die Ausbildung ist von der Industrie- und Handelskammer zertifiziert. Lötsch: „Damit sind sie erstmals in der Lage, reale berufliche und gesellschaftlich anerkannte Kompetenzen nachzuweisen.“ Schon jetzt denken BHW und Berufsschule über eine weitere Ausbildung nach, die zum Koch und zur Hauswirtschafterin.

Arbeitgeber können sich bei Interesse an Catherine Lötsch wenden, Berufliche Schule, Am Gradierwerk 4-6, Bad Nauheim, Telefon 06032 / 93552-0.

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