+
Die alte Wartehalle wäre eine ideale Spielstätte, befindet die Bad Nauheimer FW/UWG-Fraktion. 

Stadtentwicklung

Bahnhof in Bad Nauheim könnte Theater werden

  • schließen

Auf Einladung der FW/UWG-Fraktion machen sich Interessierte ein Bild von der alten, seit langem geschlossenen Wartehalle.

Etwas marode, die alte Halle, mehr als 100 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Davon überzeugen sich am Sonntag mehr als 100 Interessierte. Sie schauen sich in Räumen des Bad Nauheimer Bahnhofs um, die ansonsten öffentlich nicht zugänglich sind. Die Stadtparlamentsfraktion der FW/UWG hatte die Idee zu dem „Tag der offenen Tür”. Nach eigenen Angaben griff sie damit eine Anregung aus einem Leserbrief auf. Der alte Wartesaal des Jugendstilgebäudes könnte nämlich kulturell genutzt werden und etwa zur Heimat und Spielstätte des Theaters in der Alten Feuerwache (TAF) werden.

Diese Anregung hatte die FW/UWG-Fraktion in den vergangenen Wochen ins Gespräch gebracht. Und zwar als Alternative zu einem Neubau für mehr als 2,4 Millionen Euro. „Und dafür haben wir von vielen Seiten viel Zuspruch erhalten", so Fraktionsvorsitzender Markus Theis.

Die Fraktion von FW/UWG habe es auch bemerkenswert gefunden, dass sich eine Gruppe von Bürgern nicht nur ein Bild vom Bahnhof, sondern auch vom Behälterraum gemacht hat, der in einem Innenhof zwischen Badehaus 3 und 4 vollständig abgerissen werden müsste, um eine neue Spielstätte zu bauen. Dabei seien zumindest diese Interessierten zu einem Votum für einen „Kultur- Jugendstil Bahnhof” gekommen, so die FW/UWG.

Auch bei der Eigentümerfamilie sei man auf offene Ohren gestoßen, sagt Theis. Dadurch sei die Besichtigung auch erst möglich geworden. „Wir bedanken uns ausdrücklich bei dem Eigentümer des Bahnhofs, dass er es den Bürgerinnen und Bürgern Bad Nauheims ermöglicht, sich ein Bild vom Jugendstil-Juwel Bahnhof zu machen“, so Theis. Einige Besucher können sich am Samstag noch an die Wartehalle erinnern, als die noch als solche genutzt wurde. Nur beim Zeitpunkt der Schließung ist man sich nicht mehr so sicher, es müsse irgendwann Mitte der 90er-Jahre gewesen sein.

FW/UWG hält Bahnhof für geeignete Veranstaltungsstätte

Die FW/UWG hält den altehrwürdigen Bahnhof für die geeignete zentrale Veranstaltungsstätte für das städtische kulturelle Angebot und die Aufführungen des „Theaters alte Feuerwache“.

Das TAF nutze das Badehaus 2 als Proben- und Spielstätte für seine Theaterproduktionen und führt dort eine eigene Veranstaltungsreihe durch. Der städtische Fachdienst „Kultur und Sport“ bietet im Badehaus 2 neben einigen unterschiedlichen Veranstaltungen auch Kleinkunst, Kindertheater, Sommerreihe, literarische Reihe und eine philosophische Vortragsreihe an.

Zwar sei die Aussicht auf ein neu gebautes Theater für den TAF-Verein verheißungsvoll, jedoch brauche die Stadt einen Ersatz für die Spielstätte im bisher genutzten Badehaus 2, aber sicher kein neues Theater für die Kosten einer neuen Sporthalle, meinen die freien und unabhängigen Wähler. Das Badehaus 2 soll demnach an die Therme angeschlossen werden mit Saunen, Ruhe- und Physiotherapieräumen.

Das alles sei in einem extrem sensiblen Bereich jedoch eine Investition ohne historischen Kontext und Hintergrund. „Der Bahnhof Bad Nauheim, Teil des Jugendstilensembles, bietet die Möglichkeiten, die die Stadt braucht und das auch noch zu vertretbaren Kosten“, ist Theis überzeugt. Man müsse sich doch vorher überlegen, was wirtschaftlich sei, gibt der Fraktionschef zu bedenken.

Für kommenden Donnerstag gebe es eine Magistratsvorlage für den Haupt- und Finanzausschuss, die Badehaus 3 und 4 als Kulturzentrum vorsieht. „Doch darin ist kein einzige Betrag genannt, was das kosten würde“, sagt Theis.

Und nach der hessischen Gemeindeordnung müsse bei derlei Investitionen mindestens eine Alternative geprüft werden, gibt der Fraktionschef zu bedenken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare