Politik

Grüne fordern weiteren hauptamtlichen Stadtrat in Bad Vilbel

Die Partei begründet ihren Vorstoß mit der Stadtentwicklung. Die  Mehrheit sieht jedoch „keinen Handlungsbedarf“.

Das Wachstum Bad Vilbels ist für die Grünen Anlass, erneut eine Erweiterung der hauptamtlichen Stadtspitze zu fordern. „In einer Stadt, in der ein neuer Stadtteil entsteht, immer mehr Menschen zusammenleben und Erwartungen an die Stadt und ihre Dienstleistungen steigen und unterschiedliche Gruppen Unterstützung benötigen, bedarf es einer professionellen Führung aller Fachbereiche, die sich schwerpunktmäßig um das Zusammenleben in der Stadt kümmern“, begründet Fraktionschef Jens Matthias den Vorstoß für die laufenden Etat-Beratungen.

Derzeit gibt es neben Bürgermeister Thomas Stöhr nur einen weiteren Hauptamtlichen, Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (beide CDU). Chancen auf eine Mehrheit für ihr Bestreben haben die Grünen bei der Entscheidung in der kommenden Parlamentssitzung allerdings kaum, das zeichnete sich in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ab.

FDP-Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn bedankte sich zwar für den Vorstoß. Da die FDP mit der CDU koaliert, dürfte die FDP das Zugriffsrecht auf die neue Stelle bekommen. Aber: „Wir wollen den Posten gar nicht“, sagte Hahn. Ein zweiter hauptamtlicher Stadtrat sei nicht nötig. Im von der ehrenamtlichen Stadträtin Heike Freund-Hahn (FDP) geführten Sozialressort bleibe nichts liegen.

Auch die CDU sieht „keinen Handlungsbedarf“, sagte CDU-Fraktionschefin Irene Utter mit Verweis auf den ebenfalls ehrenamtlich tätigen CDU-Stadtrat Klaus Minkel.

Martin Gecks (Freie Wähler) fand, es sei „unverschämt, der Allgemeinheit Kosten aufzudrücken, die nicht nötig sind“. Die Grünen hatten für den neuen Posten 120 000 Euro veranschlagt.

„Zurzeit keinen Bedarf“, sagte auch SPD-Fraktionschef Christian Kühl. Und er hatte eine Vermutung, warum die Grünen den Posten jetzt erneut fordern - falls in Zukunft Schwarz-Grün in der Stadt koalieren könnte.

Das Stadtparlament tagt am 12. Februar ab 18 Uhr im Kultur- und Sportforum, Dortelweiler Platz 1. (dpg)

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