Jugendhaus

Zweifel am Baubeginn noch 2019

  • schließen

Die Grünen in Bad Vilbel wollen  das Projekt auf dem Heilsberg noch in diesem Jahr beginnen. Die Stadt verweist auf den Personalmangel im Bauamt.

Die Grünen machen beim Jugendhaus im Stadtteil Heilsberg Druck. Sie fordern, dass der Baubeginn noch in diesem Jahr ist. „Das Geld steht im Doppelhaushalt, aber wir bezweifeln, dass der politische Wille vorhanden ist“, sagt Clemens Breest, der die Grünen-Fraktion im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss vertritt. Die lange Dauer sei eine erbärmliche Geschichte, notiert Jens Matthias, Fraktionsvorsitzer im Stadtparlament und Mitglied im Ortsbeirat Heilsberg.

40 Jahren sind nunmehr seit der Idee vergangen, auf dem ein Jugendhaus zu bauen. Rund 20 Jahre wird darüber diskutiert. Vor allem 2010, als die Stadt das 8000 Quadratmeter große Freizeitgelände „Amiwiese“ mit Skatepark für eine Villenbebauung verkaufte. Am Nordhang des Heilsbergs, auf dem so genannten Christeneck, sollte Ersatz geschaffen werden. Auf dem ehemaligen Acker wurde 2014 eine Dirt-Bike-Bahn eröffnet, ohne das versprochene Jugendhaus. Anwohner drohten mit ihren Anwälten gegen das Jugendhaus, weil sie eine Lärmbelastung fürchten, wenn Jugendliche zusammenkommen zum Sport oder auch feiern. Das Jugendzentrum wird vermutlich 100 Meter von der Bebauung entfernt liegen und einen gut sechs Meter hohen Lärmschutzwall erhalten, der manchen Lärmschutz an Autobahn oder Bahntrasse Ehre macht. Die Baukosten werden auf 650 000 Euro angesetzt.

„Wir haben eine Gesellschaft, die sich über das Leben aufregt“, sagt Breest. Dieses ablehnende Haltung der sei ein „schreckliches Signal an die Jugendlichen in der Stadt“. Breest nimmt hierbei den Magistrat nicht aus. Die zuständige Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) sei nicht genug hinterher, das Projekt zügig umzusetzen. Zudem müsse Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) das Jugendhaus endlich auf die Prioritätenliste setzen. Offenbar seien jedoch die Ressourcen in der Verwaltung wegen anderer Großprojekt nun erschöpft, so Breest.

Wysocki bemerkt: „Mitte März wurde der Haushalt 2019 durch die Kommunalaufsicht genehmigt. Parallel haben wir die Vorbereitungen zur Vergabe der Planungsleistung des Jugendhauses vorbereitet.“ Außerdem sei krankheitsbedingt die Fachdienstleitung Hochbau seit September 2018 nicht besetzt und werde von der Fachbereichsleiterin vertreten. „Wir mussten folglich Baumaßnahmen priorisieren und umplanen“, so Wysocki.

Die Sicherung des laufendes Betriebs und bereits erteilter Aufträge habe höchste Priorität. Auch Kita-Erweiterungsbauten seien von der Bedeutung höher gewichtet worden. Nicht alles, was erstrebenswert sei, sei unter den gegebenen Umständen auch machbar.

Ortsvorsteher Peter Schenk (CDU) tut die Kritik der Grünen als „Geschwätz“ ab. „Das Geld ist da, der Bebauungsplan liegt vor. Der Baubeginn steht unmittelbar bevor“, sagt Schenk. Auch das Bodengutachten sei fertig. Spätesten Anfang Juni bei der nächsten Sitzung des Ortsbeirats würden die Grünen diese Information von einem Vertreter aus dem Baudezernat erhalten. Eigentlich hätten der Stand um das Jugendhaus vergangenen Donnerstag abgefragt werden können, aber der angekündigte Vertreter aus dem Baudezernat habe nicht im Gremium erscheinen können und für Wysocki sei es für ein kurzfristiges Einspringen zu spät gewesen. Auf einem Zeitpunkt für den Spatenstich wollte sich Schenk nicht festlegen. Es sei ja bekannt, dass es derzeit sehr schwierig sei, eine Baufirma zu bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare