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Weiter nicht durch die Innenstadt

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Von: Holger Pegelow

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Die großen Gelenkbusse der Linie 30 schlängen sich durch die Vilbeler Innenstadt.
Die großen Gelenkbusse der Linie 30 schlängen sich durch die Vilbeler Innenstadt. Zurzeit jedoch nur in Richtung Frankfurt, in der Gegenrichtung fahren sie über die Kasseler Straße. Pegelow © Holger Pegelow

Die Bauarbeiten in der Frankfurter Straße in Höhe des Marktplatzes und des Alten Rathauses von Bad Vilbel sind seit gut zwei Wochen beendet. Doch der 30er-Bus rollt nach wie vor über die Kasseler Straße, so wie die Monate vorher. Und das hat einen gewichtigen Grund.

Die junge Frau mit der Laptop-Tasche wartet an der Haltestelle „Kasseler Straße“ auf den 30er-Bus. „Ich fahre jeden Tag von hier aus nach Frankfurt ins Büro, der Bus ist mir lieber als die S-Bahn“, sagt sie. So wie sie sagen das drei zufällig angesprochene Fahrgäste. Für sie ist es keine Frage: Der 30er-Bus ist sehr beliebt. Sie wohnen in der Vilbeler Innenstadt und arbeiten in der nahen Großstadt.

Wer regelmäßig mit dem türkisfarbenen Gelenkbus mitfährt, weiß, dass sehr viele Fahrgäste ihn für die Fahrt in die Stadt nutzen. Allerdings gibt es auch Fahrgäste, die in der Kernstadt oder an Nord- bzw. Südbahnhof einsteigen und am Schöllberg oder auf dem Heilsberg an einer der Haltestellen wieder aussteigen. Konkrete Daten hat die den Bus betreibende lokale Nahverkehrsgesellschaft TraffiQ nicht, aber Pressesprecher Klaus Linek weiß, dass dieser Bus sehr beliebt ist. Am vollsten sei er logischerweise kurz vor dem Unfallkrankenhaus und vor der Konstablerwache.

Wenngleich er konkrete Zahlen über die Nutzerinnen und Nutzer nicht hat, erinnert er sich sehr wohl an eine „Vorher-Nachher“-Fahrgastbefragung zu Zeiten, als die neue Mitte in Bad Vilbel gebaut wurde. Da fuhr der Bus fast anderthalb Jahre nicht durch die Vilbeler Innenstadt. „Wir haben durch die Befragung einen sehr eindeutigen Trend gehabt, dass die Menschen den Bus durch die Vilbeler Innenstadt wollen.“ Ein „sehr deutlicher Anteil der Fahrgäste“ habe das geantwortet. So mancher wird den Bus aktuell durch die Innenstadt weiter vermissen, denn aufgrund der Bauarbeiten in Höhe des Alten Rathauses war die Frankfurter Straße geraume Zeit gesperrt. Zwar fahren die Busse vom Nordbahnhof kommend durch die Innenstadt (Homburger Straße und Parkstraße), aber die Rückfahrt erfolgt nicht, wie sonst üblich, durch die Frankfurter Straße. Die Gelenkbusse fahren über die Kasseler Straße.

STRECKENFÜHRUNG

Die Buslinie 30 verbindet Bad Vilbel mit der nahen Großstadt Frankfurt. Die lange Tour führt bis zum Hainer Weg nach Sachsenhausen, die kurze bis zum Unfallkrankenhaus beziehungsweise zur Friedberger Warte.

Im Berufsverkehr, so ab etwa 6 Uhr bis kurz vor 9 Uhr, fährt der 30er alle zehn Minuten am Bad Vilbeler Bahnhof ab. Auch im abendlichen Berufsverkehr hat der Bus einen Zehnminuten-Takt. In den anderen Zeiten verkehrt der Bus der lokalen Nahverkehrsgesellschaft TraffiQ im Zwanzigminuten-Takt, an Samstag sowie Sonn- und Feiertagen im Halbstunden-Takt.

In der Quellenstadt fährt der Bus bei seiner Fahrt in Richtung Frankfurt folgende Haltestellen an: in der Kernstadt Kasseler Straße, Altes Rathaus, Kurhaus, Südbahnhof, Elisabethenstraße und Berliner Straße, auf dem Heilsberg Alte Frankfurter Straße, Iglauer Weg und Schneekoppenweg, aus Richtung Frankfurt verkehrt er normalerweise durch die Frankfurter Straße mit einer Haltestelle Niddaplatz. pe

Nun sind die Bauarbeiten seit gut zwei Wochen beendet, die Straße ist wieder geöffnet worden. Doch in der Innenstadt ist weiterhin kein 30er-Bus zu sehen. Wie kommt das, wollte diese Zeitung von der lokalen Nahverkehrsgesellschaft wissen. Dazu sagt Linek, dass die Stadt Bad Vilbel ursprünglich eine längere Bauzeit signalisiert hatte. Nun sei die Frankfurter Straße aber doch schon früher fertiggestellt.

Aber so einfach, wie sich mancher das vorstellt, ist es dann nicht, wie aus den Ausführungen des Sprechers hervorgeht. „Wir brauchen ein wenig Vorlauf, bis wir mit dem Bus wieder durch die Innenstadt fahren können.“

Und das hat seinen Grund darin, dass TraffiQ während der Baustelle in der Vilbeler Innenstadt ein Fahrzeug weniger im Umlauf hatte. Das müsse nun wieder „eingetaktet“ werden. Daran hänge aber die Personaldisposition. „Wir brauchen dafür drei zusätzliche Fahrer“, erklärt er, warum die Verkehrsgesellschaft gut sechs Wochen Vorlauf benötigt, um wieder den vollen Fahrplan durch die Vilbeler Innenstadt zu fahren. „Vermutlich ab der zweiten Oktoberhälfte wird der 30er-Bus wieder durch die Frankfurter Straße fahren“, kündigt Linek an.

Aber dann bleibt er auch dort. Denn an eine dauerhafte Fahrtstrecke, bei der die Busse ab dem Nordbahnhof über die Kasseler Straße rollen und dann am Südbahnhof halten, denkt man bei TraffiQ nicht. Linek: „Dafür gibt es ja die S-Bahn.“

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