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Wasserspende für hitzegeplagte Bäume

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Die Stadt Bad Vilbel  verteilt einhundert Gießkannen an Bürger, um den Straßenbaum in ihrer Nähe zu wässern.

Wegen der anhaltenden hochsommerlichen Temperaturen und der Trockenheit verteilt die Stadt Bad Vilbel an Bürger einhundert Gießkannen, um den Straßenbaum in der Nähe mit Wasser zu versorgen. Schon im vergangenen Jahr habe wegen der Hitze die Pflege der Grünanlagen so viel Zeit beansprucht, dass insbesondere die Baumbewässerung zum Problem gewourden sei, sagt Fachdienstleiter Ronald Agel. Mit der Ausgabe der Gießkannen könnten die Anwohner Teil eines Bewässerungsnetzes für die Bäume im öffentlichen Raum werden. Diese Aktion schärfe die Sinne der Bürger für das öffentliche Grün in ihrer Stadt. Wer sich um einen Baum kümmere, der übernehme Verantwortung.

Um das Bewusstsein für das schattenspendende Grün zu fördern und um den Bäumen einen Teil des Hitzestresses zu nehmen, ergebe die Aktion durchaus Sinn, sagt Werner Schaaf, stellvertretender Forstamtsleiter Nidda auf Anfrage. Ein mittelgroßer Straßenbaum komme bei Hitze zeitweilig auch mit 20 bis 30 Liter am Tag aus. Die tatsächliche Menge in Notzeiten hänge jedoch von Art, Größe, Boden und Wurzeltyp ab. Üblicherweise benötige ein Baum bei einer Verdunstungsleistung von bis zu einigen Hundert Litern am Tag jedoch mehr als zwei, drei Gießkannenladungen je zehn Liter. „Besteht Wassernotstand reagiert der Baum darauf mit Einschränkungen, indem er etwa vorzeitig Blätter abwirft, um so die Verdunstung zu reduzieren“, sagt Schaaf.

Laut Stadt werden die Gießkannen kostenlos abgegeben. Ein Wassergeld, sollte sich der Sommer wie im Vorjahr über Monate hinziehen, gebe es für die Helfer jedoch nicht, heißt es auf Nachfrage. Noch im Frühjahr stand die Stadt heftig unter Kritik, weil für einen Radweg in der Kernstadt Bäume gefällt wurden. Zudem sagte Stadtrat Klaus Minkel (CDU) im März, dass die städtischen Bäume hohe Kosten verursachten, weil einst nicht die passenden Arten gesetzt worden seien. Er sprach sich für Abholzen aus. Der Versuch der Grünen ist jüngst gescheitert, eine Baumsatzung zu etablieren.

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