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Vorfreude auf Burgfestspiele 2023

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Von: Patrick Eickhoff

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Bad Vilbel - Nach der Saison ist vor der Saison: Auf einer Pressekonferenz am Freitagmittag haben Burgfestspiel-Intendant Claus-Günther Kunzmann und Bad Vilbels Bürgermeister Sebastian Wysocki (CDU) das Programm für die Burgfestspielsaison 2023 vorgestellt. Klar ist: Das Publikum darf sich auf besondere Charaktere freuen.

Die Burgfestspielsaison 2023 startet am 5. Mai. Das haben Intendant Claus-Günther Kunzmann und Bad Vilbels Bürgermeister Sebastian Wysocki gestern auf einer Pressekonferenz verkündet. Beide blicken „voller Vorfreude“ aufs kommende Jahr. Dann wird in der historischen Wasserburg nicht nur ein (fast) komplett neues Programm aufgeführt, sondern auch Bühne, Bühnendach und Burggraben präsentieren sich von einer ganz neuen Seite. Die Arbeiten laufen an allen Ecken und Enden auf Hochtouren. „Aber es lohnt sich“, kündigt Kunzmann an.

Das Programm, das inklusive Gastspiele bis zum 10. September gespielt wird, ist breit gefächert. „Besonders froh“ ist Kunzmann über den „Club der toten Dichter“ (Premiere am 2. Juni). Nach den Bad Hersfelder Festspielen ist das Stück nun auch in der Quellenstadt zu sehen.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir dafür die Rechte bekommen haben.“ Das Stück nach dem gleichnamigen Film bringt die Geschichte von Englischlehrer John Keating auf die Bühne, der auf seine Weise frischen Wind in das erzkonservative Welton-Internat bringt. Durch seinen unkonventionellen Unterricht stellt er die althergebrachten Werte Tradition, Ehre, Disziplin und Leistung infrage. Kunzmann zieht einen Vergleich zur Metropolregion Rhein-Main. „Auch in unserem Umfeld geht es viel um Gradlinigkeit und Zielstrebigkeit. Damit wird in dem Stück bewusst gebrochen, um sich der Poesie und seiner eigenen Rolle zuzuwenden. Das ist sehr spannend.“ Diese Brücke schlage man auch mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ (8. Juli). Die Adaptation des gleichnamigen französischen Films bringt die Probleme multikultureller Gesellschaften auf die Tagesordnung. „Komödiantisch, aber inhaltlich perfekt auf den Punkt gebracht“, findet das Kunzmann. „Ein Thema, dass sich ebenfalls gut auf die Gesellschaft übertragen lässt.“

Erneut Teil des Programms ist „Ewig jung“ (9. Juni). Kunzmann sieht mit dem Stück den Bogen über das Ausbrechen aus Strukturen im „Club der Toten Dichter“, Gesellschaftskritik bei Monsieur Claude bis hin zum Älter werden in „Ewig Jung“ perfekt gespannt. „Die Senioren lassen sich nicht alles vorschreiben und rücken ihr eigenes Leben in den Mittelpunkt.“ Das sei zwar alles mit viel Humor verbunden, aber der Tiefgang komme dabei nicht zur kurz.

Freuen dürfen sich die Besucherinnen und Besucher außerdem auf das Musical „My Fair Lady“ (Premiere am 30. Juni) und „Spatz und Engel - die Geschichte der Freundschaft zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich“ (17. Juni). Kunzmann verspricht: „Das ist eine großartige Hommage an zwei besondere und völlig konträre Charaktere.“ Für Kinder und Familien stehen in der kommenden Saison „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (14. Mai) sowie das Musical „Pünktchen und Anton“ (21. Mai) auf dem Spielplan.

Der Intendant ist mit dem Programm sehr zufrieden. „Wir haben Stücke dabei, die eine große Popularität aufweisen. Das brauchen wir aber auch, denn es ist nicht ganz klar, wie das Publikum tickt.“ Energiekrise, steigende Kosten, Corona - es gebe viele Unsicherheiten. Deshalb sei man froh, dass man mit dem ganzheitlichen Konzept - frühe Öffnung, gastronomisches Angebot in besonderem Ambiente - „in den vergangenen Jahren Maßstäbe gesetzt hat“, so Kunzmann. „Daran wollen wir anknüpfen.“ Die Ticketpreise wurden „moderat“ um ein bis drei Euro erhöht.

Im Theaterkeller gibt es im kommenden Jahr die Stücke „Achtsam morden“ (6. Mai) und „Extrawurst“ (11. Juni) zu sehen. Besonders Letzteres werde das ganze Publikum miteinbeziehen, wenn es auf einmal darum geht, Teil einer Vereins-Jahreshauptversammlung zu sein.

Damit das alles so klappt, laufen derzeit auch in der Burg die Arbeiten auf Hochtouren. Neues Tribünendach, neue Bühne, sanierter Burggraben. „Wir liegen im Zeitplan“, berichtet Kunzmann. „Im Januar soll wieder Wasser in den Burggraben eingelassen werden.“ Bürgermeister Wysocki freut sich auf das Programm in einer auf Vordermann gebrachten Burg. „Das wird eine tolle Saison.“

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