So sollte das Projekt Kombibad in Bad Vilbel aussehen, wie es Investor Wund 2014 im Modell vorstellte.
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So sollte das Projekt Kombibad in Bad Vilbel aussehen, wie es Investor Wund 2014 im Modell vorstellte.

Bad Vilbel

Vilbeler Grüne fordern Stopp für Wellnessbad-Pläne

Die Grünen sehen den zugesagten finanziellen Vorteil für die Stadt nicht mehr gegeben.

Wir fordern, dass das Thermenprojekt sofort gestoppt und eine alternative Planung für ein kommunales Hallenbad vorgelegt wird“, teilt Grünen-Fraktionschef Jens Matthias mit. Am Dienstag wird im Stadtparlament über den Rahmenvertrag mit der Wund Stiftung abgestimmt. Im Stadtteil Massenheim soll ein Wellness- und Spaßbad entstehen, zu dessen Merkmal etwa eine bis zu 38 Meter hohe Rutschenlandschaft gehört. Das Projekt befindet sich seit Jahren in der Schwebe - vor allem nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Investor und Bäderkönig Josef Wund Ende 2017. Seitdem wurden die Pläne überarbeitet und reduziert, etwa mit dem Streichen des Hotels. Ein Bauantrag soll dem Vernehmen nach noch nicht eingereicht sein.

„Die Rahmenbedingungen haben sich dramatisch verschlechtert“, bemerkt Matthias. 2016 seien der Stadt in den ersten zehn Jahren Einnahmen in Höhe von 57 Millionen Euro zugesagt worden, nunmehr stünden in dem Vertrag „magere 29 Millionen Euro“. Statt der fixen Summe von 5,7 Millionen pro Jahr, würden die Einnahmen für die Stadt gestaffelt nach Besucherzahlen und somit in den nächsten acht Jahren um bis zu 75 Prozent gekürzt, so Matthias. Bad Vilbel erhalte im ersten Jahr nur 2,4 Millionen Euro, bei einer Million Besucher im Jahr. Diese finanziellen Aussichten wären zum Nachteil Bad Vilbels, da die Stadtwerke-Tochter Immobilien rund 25 Millionen Euro in den Bau des angeschlossenen Kommunalbades und Parkhauses investieren müsse. „Das kostenneutrale Schwimmbad, welches nebenbei auch noch den Betrieb der neuen Stadthalle finanziert, wird es nicht geben“, heiß es.

Der zuständige Stadtrat Klaus Minkel (CDU) spricht von einem „ziemlichen Blödsinn“. Die Grünen setzten die Besucherzahl zu niedrig an, realistisch sei mit 1,3 Millionen Gästen in Jahr zu rechnen, so Minkel. Somit ergäben sich nach wenigen Jahren für die Stadt 4,5 Millionen Euro an Einnahmen. Überdies werde verschwiegen, dass die Betreiberin das Defizit des Kommunalbades in Höhe von 800 000 Euro übernehme. Vereitelten die Grünen das Bad, entgingen der Stadt zudem 200 000 Euro Pacht im Jahr. Der Marktwert des Grundstücks betrage hingegen knapp vier Millionen Euro, so Minkel.

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