Bad Vilbel

Bad Vilbel: Turnvereine bieten E-Learning an

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Der TV Bad Vilbel und der TV Windecken stellen unter anderem ihren jüngeren Mitgliedern per Mail Aufgaben, die sie zu Hause üben können.

Die Kampfkunstabteilung des TV Bad Vilbel und der Bereich Kampfkunst und Selbstverteidigung des TV Windecken unterrichten auch in der Zwangspause. Ihre aktiven Kampfkünstler haben eine Möglichkeit gefunden, trotzdem weiter zu trainieren, und folgen dennoch den offiziellen Handlungsempfehlungen und Verordnungen, heißt es in ihrer Mitteilung. Hierfür kommen Wochenaufgaben, E-Learning und das Telefon zum Einsatz.

„Wir vermissen es alle sehr, unserer Leidenschaft, den Kampfkünsten Wing Tsun Kuen und Escrima nachzugehen“, erklärt Konrad Baier, Abteilungsleiter Kampfkunst des TV Bad Vilbel und für den Bereich Kampfkunst und Selbstverteidigung des TV Windecken verantwortlich. „Daher habe ich mich bereits am Wochenende entschlossen etwas dagegen zu unternehmen und am Montag unsere Aktiven per E-Mail informiert, wie wir das Training fortsetzen können.“

Und so funktioniert es: Geübt wird im geschützten Bereich der eigenen vier Wände. Die Kinder und Jugendlichen im Alter ab fünf Jahren erhalten jede Woche per E-Mail einige Aufgaben, die sie zusammen mit ihren Eltern bewältigen.

Wer diese „Challenge“ erfolgreich ablegt, was die Eltern bestätigen müssen, bekommt einen Bonus gutgeschrieben. Die Kinder dürfen sich dann nach der Zwangspause Spiele oder bestimmte Übungen im Training wünschen. Das Telefon funktioniert hier wie in einer Fernsehshow als Joker. Wenn beim Üben eine Frage auftaucht, dann wird Baier angerufen.

„Ich bin überwältigt, mit welcher Begeisterung und Dankbarkeit das Angebot angenommen wird“, sagt Baier. „Den Eltern und Kindern fällt bereits jetzt die Decke auf den Kopf und das Kampfkunsttraining ist eine überaus willkommene Abwechslung. Das haben mir viele Eltern per E-Mail oder Telefon bestätigt.“

Bei den erwachsenen Kampfkünstlern geht man noch einen Schritt weiter. Sie schicken ihrem Lehrer per Internet kurze Videos ihrer Übungen. Diese werden gesichtet und im anschließenden Telefonat gibt es die Korrekturen. „Diese Lösung erinnert mich an die 1990er Jahre“, sagt Baier. „Damals war es in einigen Kampfkünsten bisweilen üblich, den Lehrmeistern in Fernost Videokassetten mit der Bitte um Korrektur zuzusenden.“

Es wäre es auch möglich, eine Onlineplattform für den Unterricht einzurichten, doch das könnte dauern. Die in den Turnvereinen gewählte Lösung solle nur die Zeit überbrücken, bis alle wieder ins Training kommen dürfen. 

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