Bad Vilbel plant zentrale Theaterwerkstädten.

Bad Vilbel

Bad Vilbel: Neue Theaterwerkstätten für die Burgfestspiele

Stadtverordnete beschließen zentralen Standort am Bauhof für neue Theaterwerkstätten. Die Grünen votieren dagegen.

Im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil sollen zentrale Theaterwerkstätten entstehen – angrenzend an den Bau- und Betriebshof beziehungsweise die Stadtgärtnerei. Die Stadtverordneten stimmten in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich einem entsprechenden Bebauungsplan zu – die Grünen votierten dagegen.

Zentrale Werkstätten sicherten die Zukunftsfähigkeit der Burgfestspiele, hatte zuvor Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) argumentiert: „Wir hätten dort alle Funktionen unter einem Dach.“ Der Bebauungsplan reiche aber weiter, damit sei auch eine Erweiterung des Bau- und Betriebshofes möglich. Es gebe ein Müllfahrzeug mehr, die Stadt wachse weiter, werde bald 40 000 Einwohner haben. Damit wüchsen auch die Aufgaben des Bau- und Betriebshofes.

Die Planung

Den Bebauungsplan„Theaterwerkstätten“ hat die Stadtplanerin Birgit Diesing im Auftrag der Stadt Bad Vilbel erarbeitet. Das Funktionsgebäude soll maximal zehn Meter hoch sein, außer einer Fläche von 300 Quadratmetern. Dort ist eine Höhe von zwölf Metern für den Bühnenaufbau vorgesehen.

Das Gebäude ist zweigeteiltund durch einen Gang verbunden: Auf der einen Seite könnten Werkstätten und Lagerräume, auf der anderen die Proberäume untergebracht werden. 

Die Grünen brachten gegen das Vorhaben am geplanten Standort Einwendungen der Landwirte vor, die das Vernichten wertvollen Ackerbodens beklagen. Man sei sich zwar einig, dass die Festspiele neue Werkstätten benötigten. Aber die geplanten 3000 Quadratmeter fänden sich auch an anderer Stelle, etwa in der Innenstadt. Zudem stehe der Flächenverbrauch für Werkstätten und den erweiterten Bauhof von rund 1,1 Hektar in einem Missverhältnis – Experten sprächen hier von „Flächenfraß“.

Dass Ackerboden zerstört werde, habe allein der Magistrat zu verantworten, sagten die Grünen. So habe er keinen Druck auf die Eigentümer entlang der Friedberger Straße ausgeübt, wo es noch freie Grundstücke gebe.

CDU, Freie Wähler und SPD widersprachen. Die CDU verwies auf Synergieeffekte. Da zudem zur Spielzeit von Mai bis September „Tag und Nacht Betrieb ist“, sei es gut, dass der neue Standort am Ortsrand liege. Dem stimmte die SPD zu. Ohne den neuen Standort gebe es keine Fortentwicklung der Festspiele, sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). Wysocki präzisierte: Die Werkstätten seien 4000 Quadratmeter groß, die Flächen für den Betriebshof 2000 Quadratmeter – mit den Außenanlagen seien somit zwei Drittel der beplanten Fläche für die Festspiele und nur ein Drittel für den Betriebshof.

Neue Theaterwerkstätten sind nötig, da die Burgfestspiele von Jahr zu Jahr neue Zuschauerrekorde verzeichnen und die Zahl der Eigenproduktionen massiv gestiegen ist. Entsprechend wuchs alles mit. Lager- und Probenräume sind über die Stadt verteilt, die Scheune gegenüber der Wasserburg, der Festival-Spielstätte, längst zu klein. Proben wurden seit Jahren in einen Reitstall nach Dortelweil, eine Scheune in Massenheim oder das Kurhaus ausgelagert. Diese Orte stehen bald auch nicht mehr zur Verfügung – das Kurhaus wegen Sanierung jetzt schon.

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