Bad Vilbel

Bad Vilbel: Hoffnung auf späteren Hessentag

Die Fraktionen der Bad Vilbeler Stadtverordnetenversammlung äußern Verständnis für die Absage.

Die Fraktionen der Bad Vilbeler Stadtverordnetenversammlung haben die Hoffnung geäußert, dass der abgesagte Hessentag in einem anderen Jahr nachgeholt werden kann. Einige setzen jetzt offenbar auf das Jahr 2025, denn die Hessentage bis einschließlich 2024 sind schon vergeben.

Am Donnerstagnachmittag hatten Stadt und Staatskanzlei bekanntgegeben, dass sie den Hessentag wegen der Corona-Pandemie absagen. Der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, hat allerdings in Aussicht gestellt, dass das Volksfest der Hessen im Jahr 2025 in Bad Vilbel stattfinden könnte. In der Mitteilung heißt es: „Angesichts dieser besonderen Umstände werden wir als Land jedenfalls den nächsten offenen Termin für einen Hessentag 2025 bis Ende dieses Jahres für die Stadt Bad Vilbel reservieren. Dies sind wir den vielen großartigen Unterstützerinnen und Unterstützern des Hessentags schuldig“, so Wintermeyer.

Fraktion und Vorstand der Grünen bedauern die Absage des Hessentages. Sie sehen diese Entscheidung angesichts der aktuellen Corona-Pandemie und unabsehbarer Folgen daraus als unabwendbar an. „Niemand von uns hätte vor wenigen Tagen solch eine Krisenentwicklung mit all ihren Folgen für das öffentliche Leben für denkbar gehalten. Doch angesichts der enormen Anstrengungen im Gesundheitsbereich und der unkalkulierbaren Gefährdungslage ist eine solche Großveranstaltung wie der Hessentag nicht zu verantworten. Wir stehen ganz hinter dieser schweren Entscheidung der Verantwortlichen in Land und Stadt“, erklären Jens Matthias und Kathrin Anders, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Erst die Abrechnung

Die Grünen zeigen sich erleichtert, dass das Land die Stadt nicht allein mit den bereits angefallenen Kosten lässt. Sie fordern eine klare Abrechnung der bisher angefallenen Kosten und der Arbeitsleistung der städtischen Angestellten. Vor einer solchen Abrechnung kann nach Auffassung der Grünen keine erneute Entscheidung über den Hessentag getroffen werden.

Das vom Land in Aussicht gestellte Jahr 2025 als Termin mache eine völlig neue Planung erforderlich, da die Stadt zu diesem Zeitpunkt wesentliche Veränderungen erfahren haben werde. Was auch gegen eine so weitreichende Entscheidung noch in diesem Jahr spreche, sei die Corona-Krise: „In der derzeitigen Krisenzeit, wo wir nicht einmal wissen, ob wir morgen noch vor die Haustür dürfen oder welche Langzeitfolgen sich einstellen, kann keine verantwortungsvolle, langfristige Entscheidung für eine Großveranstaltung in fünf Jahren getroffen werden“, sagt Anders.

Für die SPD Bad Vilbel ist klar, dass man jetzt die Absage gemeinsam, über sämtliche Parteigrenzen hinweg, tragen sollte. Genau so, wie man auch die Bewerbung einstimmig unterstützt habe. Nach Ansicht der SPD wäre eine Verschiebung in das nächste Jahr der einfachste Weg, um doch noch den Hessentag in Bad Vilbel feiern zu können. Dabei müssten aber die Kommunen, die die nächsten Hessentage ausrichten sollen, mitspielen. „Wir sind momentan alle in einer außergewöhnlichen Situation und vielleicht haben die folgenden Hessentagsstädte, wie Fulda und Haiger, Verständnis für unsere Situation und stimmen einer Verschiebung um ein Jahr zu“, hofft der SPD-Stadtrat Udo Landgrebe auf die Solidarität.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter teilt mit, die CDU habe großes Verständnis für die Entscheidung, die sich Land und Stadt nicht leicht gemacht hätten. „Denn klar ist: Gesundheit geht immer vor und muss besonders in Zeiten von Corona das oberste Gebot sein.“ Man wünsche sich, dass man in Bad Vilbel noch einmal darüber diskutieren könne, ob die Stadt den Hessentag ausrichten darf, wenn sich die allgemeine Lage entspannt habe. (pm/pe)

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