Bad Vilbel

Bad Vilbel: Hilfe für Tiere in Not

Tierschutz-Gruppe kümmert sich um Wald- und Haustiere - und tauscht sich auf Stammtischen darüber aus.

Der Tierschutz-Stammtisch in Bad Vilbel wird sich künftig mit einer Drohne an der Rettung von Jungtieren beteiligen und plant mehrere Informationsaktionen.

Seit nunmehr einem Jahr gibt es den Tierschutz-Stammtisch, eine lose Gruppierung von rund 60 Interessierten. Nachdem sich der Tierschutzverein in Bad Vilbel aufgelöst hat, setzt er sich für die Belange von Haus-, Nutz- und Wildtieren ein.

Ein Schwerpunkt des vergangenen Jahres sei die Rettung von Rehkitzen gewesen, erzählt Ramona Köhler, die dem Stammtisch angehört. Viele Landwirte ließen ihre Wiesen vor Beginn der Mahd nach Rehkitzen absuchen. Dazu gebe es verschiedene Methoden – beispielsweise die Suche mit Menschenketten und Hunden oder mit Drohnen. Die Drohnensuche mit Wärmebildkamera sei besonders effektiv. Bei zwei Einsätzen 2019 seien zehn Rehkitze gerettet worden. Dank eines Mäzens wird der Tierschutz-Stammtisch bald über eine eigene Drohne mit Wärmebildkamera verfügen. Dafür müssen Drohnenführer ausgebildet werden. „Die Dokumentation ist Pflicht und das Komplettpaket Drohne schlägt mit etwa 7000 bis 15 000 Euro zu Buche“, sagt Jost-Dietrich Ort. Die Einsätze würden mit Landwirten und Jagdpächter abgesprochen. Auch bei entlaufenen Hunden und Katzen soll die Drohne zum Einsatz kommen.

Bei ungünstigen Witterungseinflüssen gibt es auch die Möglichkeit, einen ISA-Wildretter – eine etwa 5,5 Meter lange, ausziehbare Teleskopstange mit Infrarotdetektoren – einzusetzen. Das Gerät wird in Bauchhöhe an einem Tragegurt durch die Wiese getragen.

Köhler weist auf Futter-und Deckenspenden hin, die von Tierheimen oder einem Gnadenhof gerne angenommen würden. „Wir haben das Tierheim in Berkersheim unterstützt, eventuell ist auch eine Nachfrage in Reichelsheim sinnvoll“, sagt sie. Zum Thema Giftköderwarnungen merkt sie an, dass viele Warnungen hinterfragt werden sollten. Adressat für gefundene Giftköder sei die Polizei.

Der Tierschutz-Stammtisch kümmert sich auch um zu vermittelnde Hunde, initiiert Kastrations-Aktionen für herrenlose Katzen oder erste-Hilfe-Schulungen für Halter von Hunde und Katzen. Auch Informationsblätter zu Insektenhotels und der bienenfreundlichen Gestaltung von Gärten wurden verteilt. Eine Idee ist, Kinder in Schulen für die Gefahren des Silvesterfeuerwerks zu sensibilisieren. Die Idee entstand vor dem Hintergrund des dramatischen Feuers im Affenhaus des Krefelder Zoos, bei dem in der Silvesternacht mehr als 30 Affen ums Leben kamen. Weitere Aktivitäten des Stammtisches sind in der Facebook-Gruppe „Tierschutz Bad Vilbel“ zu finden.

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