Coronavirus-Pandemie

Bad Vilbel: Flüchtlinge bleiben unter Quarantäne

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Seit drei Wochen stehen 77 Bewohner einer Asylunterkunft in Bad Vilbel unter Quarantäne. Nun wird die Ausgangssperre wegen eines neuen Falles noch einmal verlängert.

Die Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Vilbel, die wegen drei Coronavirus-Infektionen schon seit drei Wochen unter Quarantäne stehen, müssen sich weiter gedulden. Wie ein Sprecher des Wetteraukreises der Frankfurter Rundschau sagte, wurden die Einschränkungen bis zum kommenden Dienstag verlängert. Grund sei eine weitere nachgewiesene Infektion, hieß es. Man hoffe, die Quarantäne in der kommenden Woche aufheben zu können.

Mitte April waren in der zentral in Bad Vilbel gelegenen Unterkunft drei Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die infizierten Bewohner waren daraufhin in separaten Apartments isoliert worden. Weil es in der Unterkunft Gemeinschaftsräume und geteilte Sanitäranlagen gibt, hatte das Gesundheitsamt des Wetteraukreises zusätzlich eine zweiwöchige Quarantäne für die 77 weiteren Bewohner verhängt. Sie dürfen das Gelände seitdem nicht verlassen, keinen Besuch empfangen und werden durch einen Sozialdienst versorgt. Zudem wurde ein Bauzaun um das Gelände gezogen, den Security-Mitarbeiter bewachen.

Laut dem Sprecher des Wetteraukreises wurde in der Folge ein weiterer Bewohner positiv auf das Virus getestet und ebenfalls isoliert. Deshalb habe man die Quarantäne verlängern müssen. Inzwischen habe man die Wohnbereiche so organisiert, dass bei einem weiteren Fall nicht mehr alle Bewohner von Einschränkungen betroffen wären.

Die Ausgangssperre habe zu Beginn für einige Unruhe unter den Bewohnern gesorgt, räumte der Sprecher ein. Es habe teils „einen gewissen Unwillen“ gegeben, sich an die Regeln zu halten. Ein uneinsichtiger Bewohner, der das Gelände verlassen habe, sei ebenfalls anderweitig untergebracht worden. Inzwischen habe sich die Lage aber beruhigt, auch weil die Bewohner mit Lebensmitteln und medizinischer Betreuung „wirklich gut versorgt“ würden.

Ein Sprecher der Stadt Bad Vilbel sagte der FR, der aufgestellte Bauzaun habe auch in der Öffentlichkeit Kritik hervorgerufen. Man handele aber nicht anders, als man es bei einem Altenheim oder einer Familie tun würde, wenn dort ein Corona-Fall aufträte.

Weil es um eine Gemeinschaftsunterkunft gehe, sei lediglich die Zahl der unter Quarantäne gestellten Personen größer. „Im Grunde ist das Vorgehen kaum anders als bei einem Privathaushalt.“ Für Timmo Scherenberg vom Hessischen Flüchtlingsrat belegt der Fall dagegen erneut die Problematik von Gemeinschaftsunterkünften. „Ich finde es schon etwas fragwürdig, eine ganze Unterkunft unter Quarantäne zu stellen“, sagte Scherenberg der FR. „Diese Unterbringungsform war schon vorher schlecht.“

Wenn es in einer Unterkunft nicht möglich sei, dass Flüchtlinge voneinander Abstand hielten, seien die Räume schlicht ungeeignet, sagte Scherenberg. Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie hätten die Verantwortlichen solche Massenunterkünfte schließen und die Bewohner dezentral unterbringen sollen.

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