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Publikumslieblinge, Tony (Sascha Luder) und Stephanie (Nathalie Parsa) in „Saturday Night Fever“

Bad Vilbel

Viele Besucher auf der Bad Vilbeler Burg

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Halbzeit bei den Festspielen in Bad Vilbel. Das Musical ist bisher besonders beliebt.

Mit bislang 56 000 Besuchern sind die Burgfestspiele in Bad Vilbel vermutlich auf dem Weg zu einer neuen Bestmarke - oder kommen zumindest nah an die von 2016 mit knapp 110 000 Zuschauern heran. Damit zählten die Festspiele wieder zu den besucherstärksten in Hessen, so die Intendanz. Im vergangenen Jahr endete die Saison mit rund 103 000 Gästen.

Gestern zog Intendant Claus-Günther Kunzmann mit einem gewissen Understatement eine Zwischenbilanz der seit 4. Mai laufenden Burgfestspiele und meinte, mit der Halbzeitbilanz könne man „sehr zufrieden“ sein. Der theatertypische Aberglaube lasse noch keinen Jubel zu. Die Saison dauert noch bis 8. September, somit könnten Wetterkapriolen den Endstand noch verhageln, gab er zu bedenken. Allerdings ist mit dem Vorverkauf bereits ein ordentliches Kartenkontingent an die Kunden gebracht worden, rund 95 000 Tickets.

Kunzmann führt den Erfolg nicht allein auf die Programmauswahl, sondern auch auf die Qualität der Stücke zurück - und nicht zuletzt auf das Engagement der Darsteller. So musste bei „Saturday Night Fever“ kurz vor der Premiere wegen eines Unfalls ein Ersatz aus Berlin beschafft werden. Es war nicht der einzige Ausfall, der vom Ensemble mitgetragen wurde, so Kunzmann. Die Unbill hat dem Erfolg des Disco-Musicals von 1977 nicht geschadet. Mit bisher etwa 18 000 Zuschauern hat es „Evita“, den Spitzenreiter unter den Bad Vilbeler Musicalaufführungen, um 2000 Besucher übertroffen, heißt es.

Nächste Aufführungen: „Shakespeare in Love“, 23. und 24. Juli, 20.15 Uhr, www.kultur-bad-vilbel.de

 Ein für Kunzmann überraschendes Ergebnis hat bislang ebenso „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ eingespielt. Im Vorjahr war das Stück zu 100 Prozent ausverkauft, die Wiederaufnahme liegt bei 90 Prozent. Bei den beiden anderen Stücken auf der Burgbühne, „Pension Schöller“ und „Shakespeare in Love“, herrscht hingegen kein Kartenmangel. Als erfolgreiche Neuerung wurde die Matinee am Sonntagnachmittag im Burgkeller eingeführt, der zweiten Spielstätte. Der Besucher goutiert das Angebot, daher soll es in der Saison 2020 mit mehr Stücken „komplettiert“ werden. Wegen der Nähe der beiden Bühnen beginnen die Aufführungen im Kellertheater in der Regel um 23 Uhr.

Trotz der hohen Besucherzahlen kommen die Festspiele jedoch nicht aus dem Defizit heraus. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) geht auch in dieser Saison von rund 600 000 Euro aus. Vor Jahren hatten die Stadtverordneten beschlossen, dass das Minus unterhalb der Marke von 500 000 Euro bleiben solle. Die SPD kritisierte im Februar erneut die Überschreitung. Das Land gibt der Stadt 65 000 Euro dazu. Im Vergleich dazu erhält Bad Hersfeld mehr als das Zehnfache, jedoch ist dort das Festpielbudget mit 7,7 Millionen Euro (2018) auch knapp drei Mal so hoch.

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