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Marius und Jenny Meier schließen den traditionsreichen „Knoche“. Grund dafür ist die Corona-Pandemie.

Bad Vilbel

„Knoche“ in Bad Vilbel macht dicht - Corona zwingt Traditionslokal in die Knie

  • vonNiklas Mag
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Die Wirtsleute des „Knoche“ in Bad Vilbel kehren in ihre alten Berufe zurück. Die Corona-Pandemie hat das Restaurant mit langer Tradition in die Knie gezwungen - vorerst.

  • Die Corona-Krise fordert ein weiteres Opfer.
  • Das Traditionsgaststätte „Knoche“ in Bad Vilbel macht dicht.
  • Doch es besteht Hoffnung für das Restaurant.

Bad Vilbel - Seit 125 Jahren gibt es die Traditionsgaststätte und Kelterei „Zum Knoche“ im Bad Vilbeler Stadtteil Massenheim. Doch die Corona-Pandemie ist auch hier stark zu spüren. „Seit Restaurants wieder offen sind, hatten wir auf drei Tage pro Woche reduziert“, sagt Gastwirt Marius Meier. „Aber da die Situation sich nicht bessert, haben wir uns entschlossen, vorerst komplett zu schließen.“ Zu unwirtschaftlich sei der Betrieb des Restaurants in Bad Vilbel momentan. „Wir haben hier zum Glück den Luxus, dass die Örtlichkeit uns gehört und wir keine Miete zahlen müssen. Wir können hier praktisch alles so stehen lassen“, erläutert Meier.

Bad Vilbel: Traditions-Restaurant „Knoche“ macht zu – Doch es gibt Hoffnung

Natürlich haben Jenny und Marius Meier auch andere Optionen geprüft. Ein Zelt im Freien zum Beispiel, das im Winter geheizt werden könnte. „Aber das hatten wir vor zwei Jahren schon mal und da waren die Kosten schon sehr hoch, obwohl es noch kein Corona gab.“ Auch ohne die neuen restriktiven Corona-Verordnungen hätten die beiden deshalb ihre Gaststätte vom 2. November an geschlossen. „Wir machen wieder auf, wenn keine Masken und keine eineinhalb Meter Abstand mehr benötigt werden“, kündigt Meier an.

Restaurant mit Tradition in Bad Vilbel schließt – Tausende Liter Apfelwein hat das „Knoche“ übrig

Seine Frau werde vorerst wieder als Tagesmutter arbeiten, er selbst war früher im Baugewerbe tätig und werde sich einen neuen Job suchen. Sämtliche Aushilfen im Restaurant in Bad Vilbel hatten die Meiers im Laufe des Jahres entlassen müssen. „Obwohl wir versucht haben, sie so lange wie möglich zu halten“, bedauert Jenny Meier. Ein Werkstudent sei derzeit noch angestellt, ihn bezahlen die Meiers gerade aus der Privatkasse, wollen den jungen Mann aber als Vertriebler in den Keltereibetrieb übernehmen, der weiterlaufen soll. „Wir werden nächstes Jahr ganz normal keltern.“

Zwar seien bereits lokale Geschäfte als Vertriebspartner gefunden, doch haben Jenny und Marius Meier von diesem Jahr noch einige Tausend Liter Apfelwein übrig. „Normalerweise werden die im Restaurantbetrieb weggetrunken. Wir möchten den Apfelwein aber keinesfalls wegschütten“, sagt Marius Meier. „Jeder, der am letzten Oktoberwochenende zu uns zum Essen kommt, kann ein Gefäß mitbringen und bekommt das gratis befüllt.“

Bad Vilbel: Traditionsgaststätte macht dicht – Vielen Wirten stünde Privatinsolvenz kurz bevor

Auf die Meiers kommen nun anstrengende Wochen zu, denn die Schließung bedeutet eine Menge Papierkram. Beide sind jedoch froh, in dieser schwierigen Zeit einfach auf Pause drücken zu können. Eine glückliche Situation, die nicht jeder Gastronom so erlebt. Deshalb richten Jenny und Marius Meier mit der Schließung des Knochens einen Appell an die Vilbeler: „Bad Vilbel hat eine enorm vielfältige Gastronomie, aber viele Kollegen stehen mit einem Bein in der Privatinsolvenz.“

Beide möchten ausdrücklich dazu aufrufen, im Winter die Vilbeler Gastronomen zu unterstützen und bestenfalls gleich mehrmals pro Woche Essen zu bestellen oder die Restaurants zu besuchen. „Sonst haben wir hier nach dem Winter keine Restaurants, Bars oder Cafés mehr“, warnt das Ehepaar. (Niklas Mag)

Auch die Fastnach in Bad Vilbel ist von Corona betroffen. „Die Fidelen Sandhasen“ haben die großen Veranstaltungen ab. 

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